Autor: Andrea Sawatzki20160508_162731
Titel: Der Blick fremder Augen
Reihe: Mel Fallersleben #1
Genre: Thriller
Seitenzahl: 304 Seiten

Das Buch ist bei Droemer Knaur erschienen und kann hier erworben werden. 

Cover: Schlicht und eindrücklich. Der Autorenname hätte noch etwas (sehr viel) kleiner sein können, aber der Name verkauft sich halt gut. 😉

Inhalt:
Die Tote lehnt am Stamm einer Kiefer. Ihr Gesichtsausdruck ist entrückt, die Wimperntusche verschmiert, die Kehle durchtrennt. Kommissarin Melanie Fallersleben hat zunächst kaum verwertbare Spuren, und der Täter wird durch sein scheinbar ganz normales Leben allzu gut verborgen. Auch die folgenden Morde liefern der Ermittlerin keinen echten Hinweis. Doch dann erhält sie eine erste verstörende Botschaft …

Erster Eindruck:
Schön schneller Mord. Quasi sofort die Tote und die Erkenntnis, dass die Kapitel sehr, sehr kurz sind, was ich ja auch immer bevorzuge. Allerdings ist der Roman im Präsens geschrieben und das empfinde ich als ungewöhnlich und etwas irritierend.

Zitat:

„Sie muss die Wolke abwehren. Bis jetzt war der Tag klar und hell. Wenn sie sich zusammenreißt, kann sie verhindern, dass es dunkel wird. Manchmal zumindest.“ (S. 38)

Fazit:
Ich gebe ja einfach nicht auf. Zu gerne mag ich Andrea Sawatzki als Sprecherin und Person. Ich möchte einfach nicht glauben, dass sie nicht schreiben kann, zumal die Bücher sich ja alle echt gut verkaufen… Da mir die Familiengeschichten nicht so liegen, war es da natürlich eine Frage erst mal „Der Blick fremder Augen“ zu lesen. Voll mein Genre. Und der Klappentext klingt doch auch gar nicht so schlecht.. Das wird schon!

Der Klappentext erweist sich im nachhinein als absolut irreführend. Ja, es gibt die Tote am Stamm der Kiefer. Und es gibt auch mehr Morde. Aber alles andere ist so in der Reihenfolge einfach erfunden und macht keinen Sinn. Absolut. Keinen. Sinn. Vielleicht sollten die Verlage dazu übergehen einfach nur Stichworte zu notieren. „Kommissarin“. „Morde.“ „Ist schwierig.“ Fertig. 😉

Wie gesagt, ich liebe die kurzen Kapitel und ich liebe Perspektivwechsel. Beides bekomme ich hier und nehme das auch begeistert zur Kenntnis. Die Geschichte in der Gegenwart anzusiedeln ist zunächst verwirrend, aber irgendwann auch nicht mehr weiter störend. Bis die Gegenwart beim Prolog angekommen ist, ist es wirklich spannend. Selbst wenn man erahnt wer für die Morde verantwortlich ist, ist der Weg dahin wirklich interessant! Als etwas psychologisch bewandert, würde ich auch sagen, dass die Recherche zu den vorkommenden Störungen ziemlich gut ist und das alles sehr schlüssig dargestellt ist.

Aber! Ja… leider… aber: Ich kann nicht einen einzigen Charakter auch nur im Ansatz leiden. KEINEN! EINZIGEN! Was für eine ätzende – natürlich deprimierte, getrennte – Kommissarin. Ich hätte ihr ja am liebsten immer wieder ins Gesicht geschrien „Natürlich bist du alleine! So scheiße wie du bist!“, aber das hätte ja auch nichts gebracht… Aber auch ihr Kollege ist einfach nur nervig. Außerdem hat es jedes einzelne Mordopfer sowas von verdient. Aber so richtig. So ein klein wenig Folter vorher, wäre doch auch noch echt super gewesen… *hüstel*

Ein wenig mehr.. Polizeiarbeit… das wäre auch ganz nett gewesen. Es war gerade was die Ermittlungen angeht etwas inhaltsleer. Dafür war die Autorin sehr bemüht, sehr viele Charaktere vorzustellen, die vermutlich in den Folgebänden wichtig werden. Vielleicht ein wenig zu bemüht.

Trotzdem war es unterhaltsam. Irgendwie. Und war auch irgendwie schön. Und hat Spaß gemacht. Und rein aus Andrea Sawatzki – Liebe und unbändiger Neugier, werde ich wohl auch den Folgeband lesen. Wann immer er denn erscheinen mag. (Und natürlich werde ich auch ihre Familienchaosbücher lesen…)

Bewertung:  2013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.46 , 2013-12-09 19.31.46

Challenges:
1 Jahr – 40 Bücher: Grinsemietz Nr. 24 –  Droemer Knaur
Daggis Buchchallenge: Nr. 40 – Schausplatz Berlin

 

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