Autor: Daniel Glattauer
Titel: Gut gegen Nordwind
Reihe: Emmi & Leo #1
Genre: Roman
Seitenzahl: 224 Seiten

Das Buch ist bei Goldmann erschienen und kann hier erworben werden. 

Cover: Gefällt mir nicht. Ich finde es einfach absolut nicht ansprechend und hätte rein vom Cover her nie nach dem Buch gegriffen. Das einzig schöne ist der blaue Hintergrund… Aber Schriftform und Bild finde ich wirklich unhübsch.

Inhalt:
Emmi Rothner möchte per E-Mail ihr Abo der Zeitschrift „Like“ kündigen, doch durch einen Tippfehler landen ihre Nachrichten bei Leo Leike. Als Emmi wieder und wieder E-Mails an die falsche Adresse schickt, klärt Leo sie über den Fehler auf. Es beginnt ein außergewöhnlicher Briefwechsel, wie man ihn nur mit einem Unbekannten führen kann. Auf einem schmalen Grat zwischen totaler Fremdheit und unverbindlicher Intimität kommen sich die beiden immer näher – bis sie sich der unausweichlichen Frage stellen müssen: Werden die gesendeten, empfangenen und gespeicherten Liebesgefühle einer Begegnung standhalten? Und was, wenn ja?

Erster Eindruck:
Es gibt natürlich keinen ersten Eindruck bei einem Re-Read. Zumindest keinen echten. Ich hab allerdings gemerkt, dass ich das Theaterstück vor Augen habe und dass ich ziemlich schnell wieder gedanklich bei meiner eigenen Emmi & Leo Geschichte bin. ^^ Ich höre die ganze Zeit die Theater-Emmi… und würde gleichzeitig am liebsten auch das Hörbuch wieder hören. Und mich bei Leo melden… 

Zitat:
„Interessant ist, ob und woran einer den anderen zu erkennen glaubt, nicht, wie wir beide tatsächlich aussehen, meine ich. Ich sage noch einmal: Ich will nicht wissen, wie Sie aussehen. Ich will Sie nur erkennen.“ (Leo, S. 35)

„Nun sind wir zwei Hübschen aber bereits bei den zweiten und dritten Schritten einer Annäherung, die sich nicht annähern darf. Langsam sollten wir stehen bleiben, meine ich. Sonst werden wir annähernd lächerlich. Wir sind ja keine 15 mehr, also ich natürlich viel eher als Sie, aber wir sind es nicht, es hilft nichts.“ (Emmi, S. 43)

„Sie wühlt mich auf, regt mich auf, ich könnte sie manchmal auf den Mond schießen, aber genauso gerne hole ich sie mir von dort wieder hertunter. Ich brauche sie nämlich hier auf der Erde. Sie kann zuhören. Sie ist klug. Sie ist witzig. Und, was das Wichtigste ist: Sie ist für mich da.“ (Leo, S. 102)

Fazit:
Ich habe das Buch bereits im Juni 2013 gelesen. Damals gab es meinen persönlichen Leo noch in meinem Leben und unmittelbar nach der Lektüre schenkte ich ihm die Bücher zum Geburtstag. Einfach um zu wissen, ob er dasselbe sieht wie ich. Ob er diese Ähnlichkeit zwischen Emmi/Leo und uns sieht. Denn beim Lesen war ich nicht nur bei den beiden, sondern auch bei uns.

Und das ist vermutlich einer der wichtigsten Punkte: Kann diese Geschichte für jemanden funktionieren, der nie selbst Emmi oder Leo war? Geht das? Kann jemand der niemals selbst in so einer Situation war diese Gefühle nachvollziehen? Wird so jemand Spaß an diesem Buch haben? So von der Geschichte mitgerissen werden?

Jemand der für Fantasy und Magie nichts übrig hat, wird niemals Harry Potter vergöttern können. Ihr versteht was ich meine, oder? Wird also jemand, der sich nicht vorstellen kann, dass man sich im Netz verlieben kann… Gut gegen Nordwind verstehen? Verstehen… und vor allem so gut finden?

Inhaltlich sagt der Klappentext eigentlich alles ohne zu viel zu verraten.

Beim ersten Mal fand ich es so gut, dass ich danach die Hörbücher hörte (Großartig!) und mich sehr freute, als mir jemand von Twitter die Verfilmung des Theaterstücks schenkte. (Auch sehr großartig!) Ich war hin und weg. Fragte man mich nach meinem Lieblingsbuch, so habe ich „Gut gegen Nordwind“ gesagt… und natürlich „Alle sieben Wellen“. Denn der Nordwind macht ohne die Wellen keinen Sinn. Für mich zumindest nicht.

Ich glaube beim ersten Lesen damals mochte ich Emmi mehr als Leo. Diesmal war es andersrum. Emmi hat eine gewisse Arroganz, eine sehr dominante Art. Sie ist ziemlich impulsiv und weist Leo häufiger in die Schranken als es sein müsste. Und vor allem harscher als es müsste. Nicht die netteste Art Unsicherheit zu kompensieren. 😉

Leo hat mir diesmal besser gefallen. Das könnte aber auch daran liegen, dass ich das Theaterstück vor Augen hatte. Alexander Pschill als Leo, war durchaus nett anzusehen. *hüstel* Außerdem ist er der vernünftigere. Logischere. Er denkt nach bevor er redet, versucht bewusst nicht zu verletzten, während Emmi immer mal übers Ziel hinaus schießt.

Beim ersten Lesen dachte ich, ich wäre Emmi. Einfach wegen der klassischen Rollenverteilung. Mann. Frau. Jetzt. 3 Jahre später. Da sehe ich, dass ich Leo war. Faszinierend, dass mir das vorher nie aufgefallen ist… Solange man selbst Teil einer Emmi-Leo-Begegnung ist, muss man die beiden Protagonisten vermutlich nicht mal mögen.

Ich hatte nicht mehr in Erinnerung wie schnell die Geschichte voran schritt und welchen vergleichsweise langen Zeitraum sie dabei doch umfasste. Ich erinnerte mich nur die ganze Zeit ans Ende und daran, dass ich so froh war die Fortsetzung sofort zur Hand zu haben. Denn ich brauchte die! Ich kann mir (mittlerweile) aber auch vorstellen, dass es manchen Menschen besser gefällt genau da aufzuhören wo es „Gut gegen Nordwind“ tut.

Mein Lieblingsbuch ist es jetzt vielleicht nicht mehr. Aber ich würde es trotzdem jederzeit wieder lesen, hören, sehen wollen. 🙂

Bewertung:  2013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.46

Absolute Leseempfehlung für jeden, der mal jemanden im Netz kennengelernt hat und denjenigen vielleicht etwas mehr mochte als erwartet. 

Challenges:
ABC-Challenge der Protagonisten: Protagonist – L
Die ultimative ABC-Challenge: Buchtitel, Autor – G, Protagonist – L
Daggis Buchchallenge: Nr. 37 – deutschsprachiges Ausland

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