Autor: Paulo Coelho20160420_132507
Titel: Veronika beschließt zu sterben
Reihe: /
Genre: Roman
Seitenzahl: 224 Seiten

Das Buch ist bei Diogenes erschienen und kann hier erworben werden. 

Cover: Typisch schlichtes Diogenes-Design. (Behaupte ich jetzt, ohne allzu viel Diogenes gelesen zu haben. ;)) Ansonsten halt Vollmond am Himmel. Das macht schon Sinn so, ist aber halt auch nicht außergewöhnlich beeindruckend.

Inhalt:
Die Geschichte einer unglücklichen jungen Frau, die sterben will und erst angesichts des Todes entdeckt, wie schön das Leben sein kann, wenn man darum kämpft und etwas riskiert. Ein wunderbares Buch über die Prise ›Verrücktheit‹, die es braucht, um den eigenen Lebenstraum Wirklichkeit werden zu lassen, und eine große Liebeserklärung an das Glück in jedem von uns.

Erster Eindruck:
Schon auf den ersten Seiten hatte ich das Gefühl, dass das nichts wird. Mit dem Buch und mir. In Kapitel 3 als Paulo Coelho sich bereits das zweite Mal selbste erwähnt bin ich mir dessen ziemlich sicher. Das wirkte so bemüht amüsant und war nicht mal wirklich relevant. Hätte sich vllt. als Vorwort geeignet. Nicht aber als Kapitel mitten drin.

Zitat:
„Hast du denn überhaupt nichts gelernt, nicht einmal in Angesicht des Todes? Hör auf, ständig zu glauben, dass du jemanden störst! Wenn die Leute sich gestört fühlen, werden sie es schon sagen! Und wenn sie nicht den Mut dazu haben, ist das ihr Problem!“ (S. 107)

Fazit:
Wie das Buch in mein Regal geraten ist weiß ich gar nicht. Es wäre möglich, dass ich es mal aus einem Bücherschrank mitgenommen habe. Jetzt gelesen habe ich es, weil es unter 300 Seiten hat. ^^ Außerdem kann ich aus dem Titel meinen Namen bilden \o/
Ich hatte bisher ausschließlich gutes über dieses Buch gehört und war dementsprechend gespannt… Nun ja… was soll ich sagen? (Vielleicht nicht 100% spoilerfrei…)

Ich fand es fürchterlich. Unfassbar fürchterlich.
Mir ist durchaus bewusst, dass das Buch nicht aktuell ist und die Geschichte 1997 spielt. Dennoch fällt es mir schwer zu glauben, dass das hier gezeichnete Bild der Anstalt dem Zeitalter angemessen ist. Aber natürlich weiß ich auch nicht wie modern Slowenien das handhabt und damals gehandhabt hat… aber in mir sträubt sich so vieles das so zu akzeptieren.

„Alles war erlaubt. Denn schließlich war man geisteskrank.“ (S. 61)

Versucht das mal in einer Psychiatrie. Da seid ihr schneller entlassen als ihr gucken könnt. 😉  Ich vermute, dass es sich dabei wirklich um das sehr veraltete Bild einer Anstalt handelt. Allerdings frage ich mich auch, wie viele Leute das wirklich glauben. Für mich hat dieser Grundtenor der Geschichte und die ständige Wiederholung desselbigen das Buch zu einer Qual gemacht. Darüber hinaus werden ausnahmslos alle Erkrankungen merkwürdig verdreht, unvollständig oder schlichtweg falsch dargestellt.

„Eben aus diesem Grunde war er der Direktor einer Anstalt und kein Kranker. Weil er nämlich lange überlegte, bis er eine Entscheidung fällte.“ (S. 79)

Darüber kann ich nur lachen. Sehr ausgiebig und andauernd. Also ich für meinen Teil bin quasi nur reif für die Anstalt WEIL ich mich in den Wahnsinn überlege bevor ich eine Entscheidung treffe. Falls ich überhaupt eine treffe. Aber gut, vielleicht können wir das auf den ziemlich merkwürdigen Charakter des Dr. Igor schieben, der moralisch ziemlich grenzwertig agiert und dabei auch nie wirklich sympathisch wird. Ich finde ihn unglaublich egoistisch…

Wenn dann jetzt wenigstens Veronika ein spannender Charakter wäre. Oder nachvollziehbar leiden würde. Aber Veronika hat halt Langeweile. Das muss als Selbstmordgrund erstmal ausreichen. Natürlich wird das im weiteren Verlauf etwas differenziert. Aber auch schon relativ am Anfang.

Überhaupt steht die – in meinen Augen – Kernaussage des Buches bereits auf Seite 103.

„“Ich hätte verrückter sein sollen.“ Doch wie die meisten Menschen entdeckte sie das zu spät.“ (S. 103)

Super Schlusssatz! Nach nicht mal 50% des Buches…

Selbstverständlich gibt es in diesem Buch auch gute Aussagen. Das oben erwähnte Zitat zum Beispiel. Es wird auch durchaus herausgestellt, dass viele Menschen daran erkranken, dass sie versuchen anders zu sein als sie eigentlich sind. Oder dass sie so viel Lebenszeit verschwenden, weil sie denken sie hätten noch endlos viel Zeit. Man erfährt davon, dass sich Menschen nicht trauen aus der Norm zu fallen, weil das „verrückt“ ist. Bekommt einen – ziemlich überspitzten – Blick darauf, dass „Verrückte“ untereinander einen besonderen Draht entwickeln (können). Weil sie dasselbe Schicksal teilen. Auch dass man in einer Psychiatrie Angst vor dem Draußen bekommen kann ist nicht so weit hergeholt.

Doch der Autor konstruiert eine völlig bescheuerte Handlung mit teilweise extrem absurden Charakteren um diese wirklich wichtigen Kernaussagen herum. Und ganz ehrlich? Ich wusste von Anfang an wie es ausgehen würde. Und ich fand es von Beginn an, an den Haaren herbei gezogen und habe mich gefragt warum es keinem auffällt.

Bewertung:  2013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.46

Es gibt so viele bessere Bücher die sich mit dem „Mach was aus deinem Leben“-Thema beschäftigen. Da dann doch lieber „All die verdammt perfekten Tage„. Oder sämtliche „Listen“-Bücher in denen irgendwelche „letzten Wünsche“ abgearbeitet werden. „Morgen kommt ein neuer Himmel“ war z.B. sehr schön. Und vllt. versucht man sich auch einfach ohne Bücher daran zu erinnern: Die Zeit ist kurz. Macht was aus eurem Leben.

Challenges:
ABC-Challenge der Protagonisten: Protagonistin – V
Die ultimative ABC-Challenge: Autor – C
1 Jahr – 40 Bücher: Licentia Nr 2: Name aus Buchtitel
Daggis Buchchallenge: Nr. 7 – Verfilmt

 

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