„Keine Lieder über Liebe – Ellens Tagebuch“ ist Teil eines Projektes. „Heike Makatsch hat in ihrem ersten Buch dem Projekt „Keine Lieder über Liebe“ etwas neues und sehr spannendes hinzu zu fügen, indem sie das Tagebuch ihrer Filmfigur schreibt. Damit drückt sich jeder der drei Protagonisten auf seine Art aus: Tobias Hansen dreht einen Film über Liebe, Markus Hansen singt davon, und Ellen schreibt in ihrem Tagebuch über das älteste Experiment der Menschheit. (Quelle: Projektseite „Keine Lieder über Liebe„)“

Autor: Heike Makatsch20160413_144258
Titel: Keine Lieder über Liebe
Reihe: Teil 3 vom Konzept
Genre: Roman
Seitenzahl: 200 Seiten

Das Buch ist bei KiWi erschienen, dort im Katalog aber nicht mehr auffindbar. Gebraucht ist es aber natürlich noch zu bekommen.

Cover: Das großartige an diesem Cover ist nicht unbedingt sofort ersichtlich. Doch das Bild hinter Ellen/Heike Makatsch ist nicht nur Ausschnitt aus dem Film, sondern auch Teil des Filmplakats. Trotzdem ist es auch unabhängig davon in sich stimmig.

Inhalt:
In ihrem ersten Buch erzählt Heike Makatsch von einem Experiment, das man Liebe nennt. Das immer wieder für Explosionen sorgt. Für Chaos, Verwirrung, irre Hoffnungen. Wie gut kennt man die Menschen, mit denen man sein Leben verbringt?

Zitat:
„Nun ja, wenn man so lange dort hinliebt, wo man nicht zurückgeliebt wird, ist es eine Wohltat, wenn plötzlich alles einfach scheint.“ (S. 10)

„Warum müssen positive Gefühle wie Zärtlichkeit, Wärme, Erregung zwischen mehr als zwei Menschen so viel Negatives mit sich bringen?! Und würden sie so destruktiv sein, wenn man offen und ehrlich mit ihnen umgehen könnte?“ (S. 42)

„In der Fremde kann man wohl freier sein. Weit weg von Berlin, in einer Stadt, deren Wärme ich vielleicht unterschätzt habe, konnte ich ohne Anstrengung ein paar Ketten sprengen.“ (S. 53)

„Aber an zwei verschiedenen Tischen zu sitzen, jeder mit dem Kopf in die Zeitung vergraben, war unter zivilisierten Menschen leider keine Option.“ (S. 139)

Fazit:
2006 habe ich den Film „Keine Lieder über Liebe“ gesehen. Ich war begeistert, mitgenommen und habe mir ziemlich zeitnah das dazugehörige Album besorgt. Seitdem habe ich immer wieder Ohrwürmer diverser Songs der Hansen Band. Auch nach 10 Jahren noch. Fragt man mich was für Filmkonzepte ich mag, werde ich immer wieder von diesem Film reden. Für mich war es eine logische Konsequenz neben dem Film und dem Album auch die 3. Perspektive zu beleuchten.

Der Aufbau des Buches machte es mir allerdings schwer motiviert bei der Sache zu bleiben und deshalb lag das Buch dann auch Jahre (ernsthaft /o\) auf Seite 50 herum. Da es ein Tagebuch ist, ist das Format natürlich weitestgehend vorgegeben. Da wird ein ganzer Tag, manchmal auch nur ein halber, am Stück herunter erzählt. Das weiß man vorher. Das ist auch absolut okay. Leider neigt Ellen dazu sich in ihren Gedankengängen im Kreis zu drehen und vor allem tut sie das weitestgehend ohne Absätze. Ein wenig Auflockerung im Format, hätte mich schon mehr motiviert. Einfach auf die Seite gucken und nicht das Gefühl haben einen einzigen ewigen Satz zu lesen… 

Außerdem schweift Ellen immer mal wieder sehr weit ab. Das macht es mir persönlich schwer bei der Stange zu bleiben, vor allem da ich ja durch den Film bereits weiß wie das Buch ausgeht. Ich bin dann auch hier irgendwann aufs Hörbuch umgestiegen. Das ging überraschend gut. Nicht jedes Wort mitbekommen war nicht so schlimm und ich konnte nebenher noch andere Dinge tun. Außerdem war Heike Makatsch tatsächlich eine angenehme Sprecherin. Müsste ich eine solche Empfehlung aussprechen würde ich sagen: Eher hören als selbst lesen!

Doch ab dem 17.02.04 ab 13 Uhr (noch etwa 55 Seiten bis zum Ende) wurde selbst das Hören mühsam. Ab hier ist es zu viel Innenleben-Ellen. Es passiert zu wenig von dem sie erzählen kann. Stattdessen wird es (zu) philosophisch und schwermütig. Alle bisher aufgeworfenen (Beziehungs)Themen werden jetzt unerträglich schwer immer wieder durchgekaut. So ohne Rahmenhandlung ist das dann doch öde. Welche Themen? Monogamie. Fremdgehen. Sich in einer Beziehung nicht selbst verlieren. Alles super interessant, hier dann aber etwas langatmig.

Das interessante daran ist jedoch, dass man hier Teile der Geschichte erfährt die wegen der Perspektive nicht im Film vorkommen konnten. Und das ist ja eigentlich der Grund wieso man dieses Buch lesen wollen sollte, wenn man den Film bereits kennt. Weil sich das in etwa mit den letzten 55 Seiten deckt, bin ich beim Hören auch nicht völlig abgedriftet. 😉

Am Ende finde ich den Film dennoch weitaus gelungener. Aus so vielen Gründen. Er war nicht nur spannender, weil ich damals natürlich nicht wusste wie er ausgeht. Nein, auch die Schauspieler und die Band haben mich wirklich begeistert. Jürgen Vogel ist großartig. Jürgen Vogel als Sänger in einer Band mit Thees Uhlmann und Marcus Wiebusch ist überaus großartig! Außerdem liefert der Film die Musik – zumindest auszugsweise – gleich mit. Und natürlich diese vielen Erinnerung an die Zeit zu der ich den Film geschaut habe. Und mit wem.

Bewertung:  2013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.46

Ich würde es nicht noch mal lesen wollen, finde es aber trotzdem gut es getan zu haben. Jetzt hätte ich Lust den Film zu sehen. Quasi sofort. Oder das Album zu hören. Oder beides. 🙂

Challenges:
Die ultimative ABC-Challenge: Buchtitel – K, Autorin – H
Daggis Buchchallenge: Nr. 53 <300 Seiten

 

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