Autor: Angela Marsons 20160324_034746
Titel: Silent Scream
Reihe: D.I. Kim Stone #1
Genre: Krimi
Seitenzahl: 464 Seiten

Das Buch ist bei Piper erschienen und kann hier erworben werden. Ich habe mein Exemplar bei Wasliestdu.de gewonnen und bedanke mich sehr für das Exemplar und die Leserunde. 🙂

Cover: Ich finde das Cover wirklich gut und von der Stimmung her passend. Die Farbgebung gefällt mir, das „Silent Scream“ ist schön hervorgehoben und es fasst sich auch einfach insgesamt sehr gut an. Das Bild geht über den Buchrücken nach hinten nahtlos weiter und zeigt da dann noch mal dieselbe Szene wie auf dem Cover nur ohne die schwarze Person in der Mitte. Finde ich großartig gelöst und es wirkt sehr einheitlich. Das Verlagslogo ist schön dezent eingefügt. Lediglich der Untertitel nervt mich maßlos. Er passt zwar von der Farbgebung perfekt ins Bild, aber ich verstehe einfach nicht, wieso man es nicht beim Originaltitel (Silent Scream) belassen hat. Das hätte sich hier doch echt angeboten, oder? *g*

Inhalt:
Eisig glitzert der Frost auf der tiefschwarzen Erde des Black Country, als die Geräte der forensischen Archäologen den Fund menschlicher Überreste anzeigen und Detective Kim Stone den Befehl zur Grabung erteilt. Nur wenige Schritte entfernt, aber im Nebel doch kaum sichtbar, liegt das verlassene Gebäude des Kinderheims. Eine der ehemaligen Angestellten ist bereits tot, und auch das Leben der verbliebenen hängt am seidenen Faden. Kim ist überzeugt, dass die Lösung des Falls im lehmigen Boden begraben liegt, doch um ihm auf den Grund zu kommen, muss sie sich den Dämonen ihrer eigenen Kindheit stellen. Und noch ahnt sie nicht, was sich in Crestwood zugetragen hat und mit wem sie sich anlegt …

Erster Eindruck:
Zunächst bin ich erst mal irritiert…so wenig Text auf den Seiten. So verdammt viel Rand. Das finde ich persönlich etwas überflüssig… Klar, wenn man das anders formatiert hätte, wäre bei der Kapitellänge häufig nach 1-2 Seiten ein neues Kapitel angesagt… aber das hätte mich vermutlich weniger gestört, als so viel freies Papier… Wie viele Seiten man da hätte sparen können!
Inhaltlich erfüllt es erst mal alle meine Wünsche. Der Prolog ist unglaublich kurz und schon im ersten Kapitel geht es direkt zur Sache. Richtig so. Bloß keine Langeweile aufkommen lassen. Außerdem sind die Kapitel alle sehr kurz gehalten. ❤

Zitat:

„Irgendwo hatte sie gelesen, das Gewissen wäre nicht mehr als die Angst, erwischt zu werden. Und sie war ehrlich genug, um zuzugeben, dass das auf sie absolut zutraf.“ (S. 11)

„Kim nahm ihm den Schlüssel aus der Hand. „Wir machen Ihre schlimmsten Albträume wahr, Bryant“, sagte sie und riss die Augen weit auf. „Wir fahren vom Pflegeheim ins Beerdigungsinstitut.“ Bryant schauderte. „Schön. Aber wenn Sie fahren, dann bitte so, dass es nicht meine letzte Fahrt ist, okay?“ (S. 169)

„Wenn wir eine Stunde kitzelnde Fernsehunterhaltung machen müssten, würde ich vielleicht plötzlich feststellen, dass Teresa Wyatt eine Teppichfluse geschluckt hatte, die aus dem Haus Ihres Verdächtigen stammt. Ich würde an der Leiche von Tom Curtis vielleicht sogar ein Haar finden, das dem Täter ausgefallen ist, samt Wurzel. Aber ich bin keine TV-Serie.“ (S. 360)

Fazit:
Ich bin von Anfang an begeistert und die Begeisterung hält sich fast das ganze Buch über. Mir gefällt die verschrobene Chefin Kim Stone sehr gut und ihre verbalen Battles mit ihrem Kollegen Bryant habe ich sehr gefeiert. Auch Bryant ist ein sehr angenehmer Charakter und ein Beispiel dafür, dass es auch ohne das typische „zerbrochene Familie“ – Klischee geht. Vom Rest des Ermittlerteams erfährt man nicht so viel, aber sie fallen zumindest nicht allzu negativ auf.

Ich bin ja bekanntlich ein echter Fan von Geschichten die sofort anfangen und nicht allzu viel Vorgeplänkel haben und das begeistert mich hier natürlich auch direkt. Auch gefällt es mir, dass wir nicht nur bei einer Person bleiben, sondern aus vielen Perspektiven Einblicke auf die Geschichte bekommen.

Die Kapitel sind sehr kurz gehalten. Das wäre bei dem sehr flüssigen Stil gar nicht nötig gewesen, gefällt mir aber sehr gut. Die Dialoge sind oft humorvoll und bissig und treffen damit absolut meinen Nerv. Das Buch ist eine wahre Lesefreude und es kommt zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf.

Während des Lesens hatte ich zwischenzeitlich vor ein paar sehr bekannten Klischees Angst … z.B. dass Kims eigene Geschichte mit dem Fall verstrickt ist, dass plötzlich eine Romanze vom Himmel fällt oder dass sie sich am Ende alleine in Gefahr begibt und sie irgendwer retten muss. Was in Krimis halt ständig passiert… und immer unfassbar nervig ist… 

Der Fall selbst ist spannend gestaltet und obwohl ich die ein oder andere Vermutung hatte, war ich mir zu keinem Zeitpunkt sicher wer der oder die Täter sein könnten. Eine der Grundvoraussetzungen für einen guten Krimi oder Thriller, nicht wahr?

Ohne groß zu spoilern und in etwas kryptisch: Am Ende wurde eines der befürchteten Klischees erfüllt. Gerade aber noch so „angenehm“ gelöst, dass ich mich nicht endlos drüber aufregen möchte. Ich verstehe es dennoch nicht. Es gibt nämlich sehr viele Krimi-Serien im TV (als Buch fällt mir da gerade kein Beispiel ein) die sehr gut sind und gänzlich ohne diese Klischees auskommen. Warum geht das nicht als Buch… warum nur?

Davon abgesehen bin ich aber wirklich begeistert. Ich finde die Auflösung gut und hätte damit nicht gerechnet. So war es bis zum Schluss spannend und ich finde nach wie vor alle vermutlich auch in den Folgebänden relevanten Personen sehr sympathisch.

Bewertung:  2013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.46 , 2013-12-09 19.31.46

Wegen diesem einen kleinen Klischee-Ausrutscher ein halber Stern Abzug. Ich würde gerne den Folgeband lesen. Aber der muss ja erst mal übersetzt werden. Hoffentlich zeitnah. 🙂

Challenges:
ABC-Challenge der Protagonisten: Protagonistin – K
Die ultimative ABC-Challenge: Autorin – A, Protagonistin – K
Daggis Buchchallenge: Nr. 29 – bisher unbekannte Autorin

 

Advertisements