Autor: Terry Pratchett20160103_210441
Titel:
 MacBest

Reihe: Scheibenwelt – Hexen #2
Genre: Fantasy
Seitenzahl: 351 Seiten

Das Buch ist bei Piper erschienen und kann hier erworben werden. 

Cover: Wie schon hier und hier erwähnt: Ich mag den Stil einfach nicht. Beim Kauflink könnt ihr die neue Version des Covers sehen. Das gefällt mir sehr gut und passt auch mehr zur Geschichte. Das hier ist einfach nur hässlich und inhaltlich daneben… Detailreichtum hin oder her…

Inhalt:
Shakespeare auf Scheibenweltlerisch.

Nachdem er den König erdolcht hat, besteigt der finstere Herzog Felmet gemeinsam mit seiner unausstehlichen Gattin den Thron. Der wahre Thronerbe, ein zweijähriger Junge, wurde indes von fahrenden Schauspielern adoptiert. Nur ein unschlagbares Team kann jetzt noch helfen: der Geist des Königs, Gevatter Tod und Oma Wetterwachs mit ihren hexenden Freundinnen. Gemeinsam ersinnen sie einen unglaublichen Plan, der selbst Shakespeares Macbeth das Fürchten und Lachen zugleich lehren würde …

Erster Eindruck:
Ich feiere es einfach sehr wie Pratchett das Wetter beschreibt. Wetter ist hier nicht einfach Wetter. Wetter ist lebendig. Ein Sturm ist nicht nur ein Sturm. Sondern ein talentierter (!), guter (!) Sturm, der mit etwas Übung eine steile Karriere haben wird. 😀 Außerdem feiere ich jeden Auftritt vom Tod mindestens genauso. Vielleicht wäre ja die Tod-Reihe als zweite Reihe nach den Hexen eine Option? 😀 Aber das dauert ja noch ein wenig… 

Zitat:

„Ein Jahr verstrich. Die Tage folgten geduldig aufeinander. Als das Multiversum entstand, hatten sie versucht alle gleichzeitig zu vergehen, doch das klappte nicht.“ (S. 79)

„Partikel aus purer Inspiration rasen die ganze Zeit über durchs Universum. Ab und zu trifft eins von ihnen ein aufnahmefähiges Bewußtsein, das dann die DNA erfindet, Flötensonaten komponiert oder dafür sorgt, daß Glühlampen schon nach der halben Zeit durchbrennen. Doch die meisten von ihnen verfehlen das Ziel. Viele Leute schreiten durch ihr Leben, ohne auch nur ein einziges Kreativitätspartikel zu empfangen.“ (S. 82)

 

„Völlig ausgeklinkt, dachte der Hofnarr. Bei ihm sitzen alle Schrauben locker. Er ist geistig so verdreht, daß man sein Bewußtsein benutzen könnte, um die Korken aus Weinflaschen zu ziehen.“ (S. 90)

„Er lebte langsamer. 
Ein wichtiger Punkt. Wie schnell schlug das Herz eines Waldes? Vielleicht einmal im Jahr. Ja, das klang richtig.“ (S. 105)

„Ich bin eine harmlose Apfelverkäuferin“, sagte sie in einem Tonfall, der sich gut eignete, um die erste Schlacht eines mittelgroßen Krieges einzuleiten. (S. 146)

Fazit:
MacBest ist meine allererste Berührung mit Pratchett gewesen. Damals hat die ehemalige Schule einer sehr guten Freundin MacBest als Theaterstück aufgeführt und ich fand es großartig. Beim Lesen hatte ich immer wieder das Theaterstück vor Augen und musste grinsen. Damals wurde der Tod nämlich vom selben Darsteller gespielt wie der Narr. 😀

Zur Sprache muss ich vermutlich nichts mehr sagen.. das da oben ist nur die Hälfte der Zitate, die ich für schön erachtet habe… Und vieles mehr war wunderbar, aber leider einfach viel zu lang zum Zitieren.

Die 3 Hexen könnten unterschiedlicher nicht sein und jede hat so ihre Vorzüge. Wobei Oma Wetterwachs bei einem Vergleich am Ende vermutlich am schlechtesten abschneiden würde, einfach weil sie doch etwas sehr engstirnig ist. Margrat und Nanny Ogg sind da insgesamt einfach sympathischer und offener. Vor Granny Wetterwachs hätte ich vermutlich wohl Angst 😀

Doch auch die Charaktere, die nur hier in diesem Buch eine Rolle gespielt haben, mochte ich zum Großteil sehr oder fand sie zumindest sehr gut dargestellt. Der Narr hat mir gut gefallen und auch der Zwerg aus dem Theater war sympathisch. Gut dargestellt, aber natürlich nicht sympathisch, fand ich den Herzog. Besonders witzig war auch eine Szene zwischen Narr und Katze 😀

Es gibt viele Szenenwechsel, viele Charaktere die wir begleiten. Manchmal waren es mir zu viele Sprünge. Vor allem weil ich ja immer noch Schwierigkeiten damit habe, dass es keine eigentlichen Kapitel gibt. Wenn dann auf einer Doppelseite 3x die Szene gewechselt wird, lädt das einerseits zum Pausieren ein, ist aber anderseits so dicht von der Story her, dass es irgendwie nicht geht…. *seufz*

Inhaltlich hat mir die Geschichte gut gefallen. Sie war witzig, spannend, teilweise wollte ich eingreifen und töten. 😀  Ein besonderes Highlight war die ständige Erwähnung der Grimm Märchen. Immer wieder wurden die in der Handlung eingebracht und zwar auf eine wunderbare Art und Weise. Die Erkenntnis und Erleuchtung möchte ich aber niemandem nehmen. Ihr solltet das beim Lesen einfach selbst erleben. Ich musste tatsächlich laut lachen.

Der – sagen wir mal – Showdown ist großartig. Ich habe Tränen gelacht und mich über die Beteiligung einiger Charaktere sehr gefreut. ^^ (Ich würde ja sooo gerne spoilern :D) Trotzdem schafft Pratchett es auch diesmal mich an einer Stelle später etwas abzuhängen. Einen Teil hab ich nicht zu 100% verstanden… und es im Endeffekt einfach hingenommen. Hat schon irgendwie Sinn ergeben. ^^

Das Buch ist in sich abgeschlossen. Aber die Hexen wird man natürlich in „Total verhext“ wieder sehen. Und das lese ich dann tatsächlich zum ersten Mal. ❤

Bewertung:  2013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.46

MacBest hat mir besser gefallen als „Das Erbe des Zauberers“. Nicht zuletzt, weil es mehr Charaktere gab und man nicht so auf Granny Wetterwachs fokussiert war. 🙂

Challenges:
ABC-Challenge der Protagonisten: Protagonistin M – Margrat, Protagonist T – Tomjon
Die ultimative ABC-Challenge: Buchtitel, Autor, Protagonistin M – Margrat, Protagonist T – Tomjon
1 Jahr – 40 Bücher: Licentia Nr. 25: Roter Titel
Daggis Buchchallenge: Nr. 56 >333g
Terry Pratchett: Hexenreihe #2

 

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