20160111_174537Autor: Stephan Orth
Titel: Couchsurfing im Iran
Reihe: /
Genre: Erfahrungsbericht
Seitenzahl: 240 Seiten

Das Buch ist bei Piper erschienen und kann hier erworben werden. 

Cover: Mir gefällt das Cover sehr gut. Die Schrift ist schön, die Farbgebung schlicht und alles abgebildete passt zum Buch. Besser gehts doch nicht. 🙂

Inhalt:
Es ist offiziell verboten. Trotzdem reist Stephan Orth als Couchsurfer kreuz und quer durch den Iran, schläft auf Dutzenden von Perserteppichen, erlebt irrwitzige Abenteuer – und lernt dabei ein Land kennen, das so gar nicht zum Bild des Schurkenstaates passt. Denn die Iraner sind nicht nur Weltmeister in Sachen Gastfreundschaft, sondern auch darin, den Mullahs ein Schnippchen zu schlagen.

Erster Eindruck:
Mir gefällt der Aufbau des Buches sehr gut. Vorne ist eine Übersichtskarte mit der gesamten Reiseroute und einer kleinen Statistik zu Gastgebern, zurückgelegten Kilometern und verwendeten Verkehrsmitteln. Auch einzelnen Kapitel fangen mit einer kleinen Karte an auf der der jeweilige Ort markiert ist. Ich bin begeistert. 🙂

Zitat:

„Iranzeit, zweieinhalb Stunden vor, 621 Jahre zurück. Willkommen am Imam-Khomeini-Flughafen, wir schreiben den 7. Farwadin 1393, „happy Nowruz“, frohes neues Jahr.“ (S. 11)

„Wahrscheinlich gibt es kein anderes Land auf der Welt, in dem ein Fisch im Glas ein Lebenssymbol ist.“ (S. 14)

„Außer „hallo“, „tschüs“, „Tee“ und „danke“ kann ich noch „almâni“ sagen, das heißt „deutsch“, und „Man farsi balad nistam“ (Ich spreche kein Persisch). Den Satz kann ich allerdings so gut, dass mir der Hirnrestaurantbesitzer nicht glaubt und eine umfangreiche Small-Talk-Salve auf mich loslässt. Das Gespräch verläuft einseitig, und schließlich glaub er mir doch, dass ich nichts verstehe.“ (S. 20)

„Masoud betet noch kurz in Richtung Mekka, Mekka liegt gegenüber vom Fernseher.“ (S. 49)

„“Aber das ist gerade das Tolle beim Angeln: Man weiß bis zum letzten Moment nicht, was für ein Fisch angebissen hat.“ – „Ein bisschen wie beim Couchsurfing“, sage ich. (S. 54)

„Satellitenschüsseln sind verboten, doch in manchen Vierteln hängt an jedem Haus so ein Ding. Taillierte Frauenkleidung und weit zurückgezogene Kopftücher sind gegen die Regeln, aber nachmittags in den Parks von Teheran oder Shiraz allgegenwärtig. Facebook ist verboten, doch jeder Unterdreißigjährige nutzt Facebook.“ (S. 214)

Fazit:
Sehr interessant! Obwohl es mich bei der SubAbbau-Challenge einen Punkt nach hinten warf, konnte ich in der Bibliothek nicht an diesem Buch vorbeigehen. Dabei kann ich mich nicht mal wirklich erinnern eine Rezension oder eine Empfehlung gelesen zu haben. Das Buch lag da, lachte mich an und ich konnte mich nicht wehren. Ihr kennt das.

Nun ist es ja so, dass ich mich mit Politik und Geschichte meistens eher weniger auseinandersetze und deswegen nur eine sehr grobe Vorstellung vom Iran und dem Leben dort hatte. Das ging tatsächlich nicht über ein paar Klischees und Schauergeschichten hinaus.

Stephan Orth schafft es in diesem Buch – bzw. mit der Idee die er hatte – Politik & Geschichte so angenehm zu verpacken, dass ich mich zu keinem Zeitpunkt gelangweilt habe. Das lag nicht nur an seiner humorvollen Art und Weise von seinen Erlebnissen zu berichten, sondern auch an den vielen unterschiedlichen Charakteren die er auf seinem Weg getroffen hat.

Der gesamte Aufbau des Buches ist eine wahre Freude. Das fängt bei der Übersichtskarte vor den einzelnen Reisezielen an. Darüber hinaus lässt der Autor uns an der Kommunikation via Handy teilhaben und zeigt einzelne Nachrichtenverläufe. Außerdem gibt es witzige „How to“ – Kästen die das Überleben im Iran sichern. 😉

Unabhängig vom Thema „Iran“ fand ich es auch spannend vom Couchsurfing generell zu lesen. Im Ernst, das hätte ich sogar interessant gefunden, wenn er einfach nur durch Deutschland gereist wäre. 😀 Das Thema Iran gibt dem ganzen natürlich noch eine besondere Würze.

Ich kann mir vorstellen, dass dieses Buch viele unterschiedliche Geschmäcker treffen kann, einfach weil es so einiges abdeckt. Mich hat es jedenfalls sehr begeistert. 

Bewertung:  2013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.46

Challenges:
ABC-Challenge der Protagonisten: Protagonist – S

Die ultimative ABC-Challenge: Buchtitel, Autor, Protagonist – S
1 Jahr – 40 Bücher: Grinsemietz Nr.4: Weißes Cover
Daggis Buchchallenge: Nr. 39 Handlungsort nicht Europa/USA

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