Autor: Leonie Swann9783641151522_Cover
Titel: Dunkelsprung
Reihe: /
Genre: Roman
Seitenzahl: 384 Seiten

Das Buch ist bei Goldmann erschienen und kann hier erworben werden. 

Cover: Wunderschöne Farbe. Meine Lieblingsfarbe quasi. 🙂 Und dann ist das Cover auch noch so filigran und vielschichtig wie das ganze Buch. Es passt in meinen Augen außerordentlich gut und ich bedauere es ein wenig, dass ich es „nur“ als Ebook habe und es jetzt nicht mein Regal verschönert. *g*

Erster Eindruck:
Wow! Diese Sprache ist einfach soooo ! Ich habe ja bereits “Glennkill” und “Garou” sehr geliebt und gefeiert und verschenkt und gelesen und gehört und war sehr elektrisiert als ich gesehen habe, dass es ein neues Buch der Autorin gibt… aber nach nur 46 Seiten habe ich eine solche Fülle an Zitaten, dass ich schon jetzt nicht weiß wie das am Ende aussehen soll… Ich bin so neugierig und gespannt und so gefesselt, dass ich hoffentlich viel, viel Zeit zum Lesen haben (mir nehmen) werde.

„Die Stimme kam vom Wasser,
so als hätte der Nebel gesprochen oder der Kanal selbst.“ (S. 24)

Inhalt:
Julius Birdwell, Goldschmiedemeister, Flohdompteur und unfreiwilliger Einbruchkünstler, wünscht sich nichts sehnlicher, als endlich eine ruhige, unbescholtene Existenz führen zu können. Doch als seine Flohartisten einem plötzlichen Nachtfrost zum Opfer fallen und die geheimnisvolle Elizabeth Thorn in sein Leben tritt, überstürzen sich die Ereignisse. Ein Magier wird ohnmächtig, eine alte Dame macht sich in einem gestohlenen Lastwagen davon, ein Detektiv mit Konzentrationsstörungen findet zu einem ungewöhnlichen Haustier, und Julius sieht sich auf einmal mit existentiellen Fragen konfrontiert: Wie befreit man eine Meerjungfrau? Wie viele Flöhe passen auf eine Nadelspitze? Und warum ist das Leben trotz allem kein Märchen? Julius bleibt nichts anderes übrig, als sich weit über den Tellerrand seiner Welt hinauszulehnen und den Sprung ins Unbekannte zu wagen. Ein phantastisches Abenteuer beginnt … (Quelle: Goldmann)

Zitate:

„Hier kroch und wuchs nichts, nicht einmal die Orchidee auf dem Sofatisch. Die Orchidee beschränkte sich höflich aufs Überleben.“ (S. 34)

„Der Diamant glotzte Julius böse an. Julius glotzte zurück, dann nahm er eine Lupe zur Hand und glotzte mit größerem Kaliber.“ (S. 44)

„Green verstand. Luftsocken. Er nahm nichts aus ihrer Hand entgegen und hielt Nichts bewundernd vor sich hin, dann öffnete er den Reißverschluss und packte Nichts vorsichtig in seine Tasche.“ (S. 118)

Fazit:
Vielleicht hätte ich diesem Buch gar keine Beachtung geschenkt, wenn ich die Autorin nicht wegen „Glennkill“ und „Garou“ anhimmeln würde. Möglicherweise hätte der Klappentext mich gar nicht überzeugt. Doch weil ich eben so verliebt in ihre beiden Erstlinge bin stand es für mich gar nicht zur Debatte dieses Buch lesen zu wollen.

„Irgendetwas Wichtiges war plötzlich aus seinem Leben verschwunden,
und er war nicht mehr ganz.“ (S. 24)

Die Sprache hat mich sofort erwischt, niedergestreckt und festgehalten. Dabei war es zunächst wirklich nur die Sprache und nicht unbedingt der Inhalt der mich so eingenommen hat. Was Leonie Swann da sprachlich leistet ist für mich nicht in Worte zu fassen. Zumindest in keine die der Leistung irgendwie gerecht werden würden.

Und während ich auf der einen Seite so gefesselt vom Text war, so sehr verwirrte mich zunächst der Inhalt. (So sehr, dass ich gerade erst beim Zitate raus schreiben bemerkte, dass es als Rückblick geschrieben ist. ^^) Denn irgendwie war es für mich zu… „dicht“. Zu viel auf einen Haufen. So viele Fäden. So viel phantastisches, das meinen Verstand überforderte, dass ich trotz aller Begeisterung häufiger Lesepausen machen musste, einfach weil ich die Fülle an Inhalt nicht mehr (be)greifen konnte.

In anderen Rezensionen hab ich von „Längen“ und „Inhaltslosigkeit“ gelesen. Ich hatte einen gänzlich anderen Eindruck. Im Gegenteil. Für mich war das zu Beginn sogar eher zu viel Inhalt, wenn man das so sagen kann. Die Geschichte hat mich verschlungen. Eingesogen. Eingewickelt. Bezaubert. Betört. Festgehalten. Und nur ganz selten wieder ausgespuckt. Jetzt, wo das Buch beendet ist. Fehlt es mir. So sehr, dass ich bereits herausgefunden habe, dass meine Bibliothek das Hörbuch besitzt. Gesprochen von Andrea Sawatzki. ❤ Im Ernst.. es war ein Rausch.

„Einmal rannte er fast in eine Art beweglichen Strauch hinein.
Der Strauch eilte mit wehenden Blättern davon.“ (S. 192)

Der Zauber der Sprache hat zu keinem Zeitpunkt nachgelassen. Über 30 Zitate habe ich im Endeffekt markiert. Und irgendwann – ich weiß nicht wann genau es passierte – wurde es mit dem Inhalt leichter (weil man alle wichtigen Figuren kannte nehme ich an), einfach nur schön und ich wollte es beenden. Bald. (Und das obwohl ich im Moment wirklich viele… 5 oder 6? Bücher angefangen habe, weil ich mich für nichts wirklich begeistern konnte…)

Es endet phantastisch. Magisch. Und absolut schlüssig. Ich finde nichts, aber wirklich gar nichts unlogisch. Was bei so viel Magie und Phantasie schon eine Meisterleistung ist.

Staunen ist wichtig, es ist so etwas wie die Morgendämmerung des Verstandes. Nullius in verba. Gucke selbst!“ (S. 288)

Ich wünsche mir so viel mehr von der Autorin. Bald. Jetzt. Sofort.

Bewertung:  2013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.46

Lest es! Das ist ein eindeutiger Befehl! ❤

Challenges:
Ein Jahr – 40 Bücher: „grünes Cover“
Challenge der Gegenteile: Lila Seite – “Fabelwesen”
ABC-Challenge: Protagonist

Mein Dank für dieses Exemplar gilt dem Bloggerportal und somit der Random House-Verlagsgruppe. Das hier verwendete Coverbild stammt ebenfalls von Random House.

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