Aut2015-03-20 11.30.31or: Gillian Flynn
Titel: Dark Places
Reihe: /
Genre: Roman/Thriller
Seitenzahl: 464 Seiten

Das Buch ist bei Fischer erschienen und kann hier erworben werden.

Cover: Dem Thema angemessen düster würde ich es nennen. Noch besser würde es mir ohne Aufkleber gefallen, die mag ich nämlich einfach generell nicht. Reicht es denn nicht, wenn auf Rückseiten draufsteht welche Meisterwerke der Autor schon erreicht hat? Untertitel finde ich übrigens meistens auch blöd. 😉
Die Baumwurzeln machen lange keinen Sinn, außer dass sie eben düster sind. Aber am Ende haben sie sogar Storybezug.

Der Klappentext:
Auch hier nur Lobeshymnen auf der Rückseite. Ehrlich. Das Buch gibt sich alle Mühe im Laden von mir nicht mitgenommen zu werden. Aber deswegen hab ich es wohl auch gewonnen. 😉 Im echten Klappentext in der Klappe dann:

Sie waren sieben, als die Schüsse fielen. Als sie in die kalte Nacht hinauslief und sich versteckte. Als ihre Mutter und ihre beiden Schwestern umgebracht wurden. Als ihre Zeugenaussage ihren Bruder hinter Gitter brachte. Jetzt, 25 Jahre später, ist aus Libby Day eine verbitterte, einsame Frau geworden, deren Leben eigentlich keines mehr ist. Doch inzwischen gibt es Leute, die an der Schuld ihres Bruders zweifeln. Libby muss noch einmal ihre Vergangenheit aufrollen: Was hat sie in jener verhängnisvollen Nacht wirklich gesehen? Ihre Erinnerungen bringen sie in Lebensgefahr – so wie damals.

Inhalt:
25 Jahre nach den Morden geht Libby Day ihr Geld aus. Sie hat nie etwas gelernt und konnte bisher gut von den Spenden die damals für sie als armes Opfer gesammelt worden sind leben. Passenderweise erreicht sie genau jetzt ein Brief von einem gewissen Lyle, der ihr ein Angebot machen möchte. Doch dafür muss sie sich weit mehr mit ihrer Vergangenheit beschäftigen als ihr lieb ist.

Erster Eindruck:
Nach nur 15 Seiten würde ich das Buch am liebsten in die Ecke werfen, weil Libby Day so unfassbar unsympathisch ist, dass ich mir nicht vorstellen kann weitere 450 Seiten mit ihr zu verbringen. Scherzhaft sag ich zu meiner besten Freundin „Naja, vielleicht hab ich ja Glück und es gibt Perspektivwechsel oder so…“ Und was soll ich sagen? Glück gehabt. Damit geht es dann tatsächlich… 

Zitat:

„“Nein, nein, ich hab nur überlegt. Ziemlich viel über den Fall nachgedacht.“ Eigentlich hätte ich auch laut „Pünktchen, Pünktchen, Pünktchen“ sagen können. “ (S. 104)

Fazit:
Nachdem der Einstieg so mühsam war, hatte ich ehrlich gesagt wenig Hoffnung, dass das mit mir und dem Buch noch etwas werden könnte. Die Perspektivwechsel haben es zwar merklich aufgelockert, aber so wirklich begeistern konnte mich das Buch nicht.

Im gesamten Buch ist nicht ein einziger! Charakter, den man auch nur ansatzweise sympathisch finden kann. Für mich ist das immer sehr schwierig, da ich eigentlich nur richtig mitfiebern kann, wenn mir nicht gänzlich egal ist was den Protagonisten passiert. Wenn ich sie aber alle unangenehm finde ist es mir nun aber mal total egal..

Nun ist es allerdings auch kein totaler Fehlschlag, denn immerhin habe ich dieses Buch bis zum Schluss gelesen und war zum Ende hin auch ziemlich neugierig wie es denn nun ausgehen wird. Wenn die Autorin etwas kann, dann durch Rückblenden eine Geschichte aufbauen, immer neue Details aus der Vergangenheit einspeisen und kleine Lücken schließen, während sie große neue Fragen aufwirft. Denn das hat mir wirklich gut gefallen.

Zunichte gemacht wird das dann jedoch durch eine – in meinen Augen – völlig übertriebene Häufung von absurden/schlimmen/tragischen Begebenheiten. Das ist jetzt nichts was ich ohne Spoiler belegen kann, aber es hat im Endeffekt dazu geführt, dass ich es einfach nur noch beenden wollte und mir auch mehr und mehr sicher war, dass ich das andere Buch der Autorin nicht lesen wollen würde.

Das Ende ist eine brauchbare Auflösung aller Ereignisse, die aber auch selbst dann noch übertrieben wirken. Spannender wäre es auch gewesen, wenn der Untertitel nicht so überflüssig spoilern würde. Darauf warten, dass etwas passiert, bzw. sich sicher sein, dass es passieren muss ist einfach ein doch sehr die Begeisterung bremsendes Element.

Im Endeffekt war es ein spannendes Buch, weil man für die Auflösung wirklich bis zum Ende warten musste und ich auch nicht davon ausgehe, dass man das Finale detailgetreu hätte vorausahnen können. Es hat mich unterhalten, aber weder würde ich es noch mal lesen wollen (ist nach der Auflösung ja auch nicht mehr spannend) noch könnte ich es jetzt bedenkenlos jubelnd empfehlen.

Bewertung:  2013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.46

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Keine Kaufempfehlung. Wer zu viel (Lese)zeit hat kann es sich aber bedenkenlos ausleihen. 

 

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