2015-03-11 16.10.45Autor: Sascha Bors
Titel: Gestern Nacht im Taxi
Reihe: /
Genre: Erfahrungen
Seitenzahl: 224 Seiten

Das Buch ist bei emons: erschienen und kann hier erworben werden.

Cover: Ich finde es sehr passend. Die Skyline weist auf Berlin hin, der etwas schräge Stil macht deutlich, dass es durchaus mit Humor zu sehen ist und das Taxi samt Inhalt lässt einem viel Raum für Interpretationen 😛 Dabei passen die Farben alle gut zusammen und es ist einfach in sich stimmig. 

Der Klappentext:
Er erlebt die verrücktesten Dinge,
und er schreibt sie auf…

Die Köchin muss zur Frühschicht, der Kellner heim.
Die Touristen wollen zum Club, der Kiffer zum Dealer.
Sie sucht Streit, er sucht eine Prostituierte.
Der Australier will zum Hotel,
der Däne kotzt gleich vor Ort.
Und sie alle sitzen im Taxi.

In lakonischem Plauderton erzählt Sascha Bors von seinen Begegnungen mit gestrandeten Gestalten, schrägen Vögeln und auch immer wieder mit normalen Menschen.

Inhalt:
Über 30 Kurzgeschichten in denen lustige, interessante, spannende Fahrgastgeschichten mit nützlichen Taxifakten verbunden wurden.

Erster Eindruck:
Ui, die Geschichte kenne ich nicht. Oh! Die Seitenzahlen ❤
Sonst nix was mich überrascht hätte. Allerdings kenne ich den Stil ja auch schon.

Zitat:

„I wo! Dit sin‘ ja nur die Gangs. Dit is‘ nu ja nur so untaananda. An uns Zivis trauen die sich nüscht, wa Klaus?“ – „Nee, dit is‘, dit wär nur schwierig, wenn wa hier ins Drogengeschäft einsteijen wollten, dann wär dit schwierig.“ (S. 14, Als Schwabe in Berlin)

„Meine Geschwindigkeit war im erlaubten Bereich und im Gegensatz zur Polizei suchte ich ja nicht das Gebüsch ab. Alles, was da unter Umständen auffindbar gewesen wäre, hatte ich bereits an Bord: betrunkene und paarungswillige Pärchen. Drogen wahrscheinlich sowieso, da bin ich Realist.“ (S. 42, Pärchen)

„Nach meiner persönlichen Statistik beginnen die schwierigen und stressigen Fahrten häufiger mit „Endlich ein Deutscher!“ als mit „Bring misch Kotti, Alter!““ (S. 136, Das Berlin des Herrn Sarrazin)

„Nicht ohne Grund lautet einer der in meinen Augen besten Taxiwitze:
„Ach, sind Sie das Taxi?“ – „Nein, ich bin nur der Fahrer. Mein Auto ist etwas schüchtern und wartet unten.““ (S. 139, „Wie im Fernsehen“ – Taxis in Medien und Wirklichkeit)

„Dass es keine Option gibt, einen Taxifahrer zu bestellen, der ähnlich besoffen ist wie man selbst, muss ich hoffentlich nicht extra erklären.“ (S. 143, „Ich habe eine Katze wacht!“)

„Nicht ein einziges Mal. Langsam fühlt es sich an, als hätte ich einen Micky-Maus-Geheimagentenausweise erworben, den ich stolz in der Tasche trage, den aber kein Erwachsener sehen will.“ (S. 186, Taxis und andere Einsatzfahrzeuge)

Fazit:
Zu allererst: Ich bin befangen. Nicht nur, dass ich den Autor und seine Frau persönlich kenne, ich kenne auch noch das Gästezimmer und freue mich sehr auf meinen nächsten Aufenthalt. \o/ Und dann habe ich auch noch eine persönliche Widmung UND ein Kochrezept im Buch. Sorry… ich kann einfach nichts Schlechtes sagen. xD
Nein, Scherz beiseite. Natürlich wird das keinerlei Einfluss auf die Rezension haben. Großartig negative Anmerkungen werdet ihr allerdings trotzdem vergeblich suchen. Es gibt nämlich einfach nichts dran auszusetzen. 

Sash (siehe Über Sash) hat hier ein eigenständiges Buch abgeliefert welches sich gleichermaßen an seine Leser richtet wie auch an Neulinge, die den Blog bisher nicht kannten. Beide Gruppen werden hier voll auf ihre Kosten kommen ohne das Gefühl zu haben eine Kopie des Blogs zu lesen. Ich lese ihn seit mehreren Jahren und mir war jetzt nur eine Geschichte („Herr Baecker“) detailliert bekannt. Und das ist in dem Fall nicht mal schlimm, da ich sie wirklich sehr schön, interessant und auch wichtig finde.

Wie bereits erwähnt sind es nicht einfach nur Geschichten. (Inhaltlich verweise ich auf den Klappentext.) Sie sind gespickt mit nützlichem Wissen und Informationen über das Taxi fahren im Allgemeinen. Da er die Fakten natürlich nicht neu erfinden kann, sind diese Informationen eingefleischten Bloglesern (alle anderen hier entlang) vermutlich bekannt, aber sie sind wirklich geschickt in die Texte eingeflochten und somit auch zu keiner Zeit langweilig. Dabei ist der Schreibstil (gewohnt) locker und amüsant.

Wirklich verliebt bin ich in die Seitenzahlen. Kleine Taxen am Seitenrand beherbergen diese. Ein so kleines Detail, welches mich das ganze Buch über sehr erfreut hat und mich damit auch über kleinere Wiederholungen in der Wortwahl hinweggetröstet hat die mir durchaus aufgefallen sind, mich kurz haben Aufmerken lassen, aber nicht lange gestört haben.

„“Es gibt dieses Stadium“, so der Ratschlag meines Chefs, „wo die Mülleimer anfangen zu winken. Dann spätestens muss man unbedingt Feierabend machen.“ (S. 196, Feierabend machen ist total einfach)

Damit ende ich hier mit der vollen Sternenzahl.

Bewertung:  2013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.46

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Ignorieren:

 Ja! Er ist jung und braucht das Geld. Ehrlich. 😉

 

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