2015-02-23 13.40.12

Autor: Kerstin Gier
Titel: Silber – Das erste Buch der Träume
Reihe: Silber-Trilogie #1
Genre: Fantasy
Seitenzahl: 416 Seiten

Das Buch ist bei Fischer erschienen und kann hier erworben werden.

Cover: Wie auch bei der Edelstein-Trilogie, ist dieses Cover einfach überwältigend. Dabei würde ich es in diesem Fall jetzt nicht mal als „schön“ bezeichnen, aber es zieht einen in den Bann und ist so voller wundervoller Details, dass man sich eigentlich gar nicht satt sehen kann. Schrift und Schriftart sowie Titel und Untertitel sind hier perfekt aufeinander abgestimmt und es ist so gänzlich in sich stimmig. Ein Cover welches besonders nachwirkt, wenn man das Buch bereits gelesen hat.

Der Klappentext:
Zögernd sah ich mich um. Ich war in einem Korridor gelandet, einem schier unendlich langen, mit zahllosen Türen rechts und links. Die Tür, durch die ich gekommen war, hatte einen Anstrich in sattem Grün, dunkle, altmodische Metallbeschläge, einen Briefschlitz aus dem gleichen Material und einen hübschen Messing-Türknauf in Form einer gekrümmten Eidechse. 

Plötzlich war mir sonnenklar: Wenn ich wissen wollte, was es mit diesen rätselhaften Träumen auf sich hatte, dann musste ich sie öffnen. Und hindurchgehen.

Inhalt:
Nach einem Umzug nach London muss Liv zum wiederholten Male einen ersten Schultag hinter sich bringen. Sie bekommt eine Patin zugeteilt, die nicht unterschiedlicher als sie selbst sein könnte und ist fortan mit ihrer Gesellschaft gestraft. Überhaupt gestaltet sich die Ankunft in London wesentlich unschöner als geplant. Statt wie geplant in einem schönen Cottage mit ihrer Mutter, der Schwester und ihrem Kindermädchen zu landen, hat ihre Mutter plötzlich ganz andere Pläne. Und wieso kommt Liv ihr neuer Stiefbruder so bekannt vor? Und wieso kennen die Jungs aus ihren Träumen plötzlich ihren Namen?

Erster Eindruck:
„Huch, die Protagonistin ist der lieben Gwen aber ziemlich ähnlich.“, war mein erster Gedanke. Nicht, dass mich das jetzt stören würde, aber ich fand es durchaus auffällig. Auch fällt mir auf wie liebevoll und detailliert auch das Innenleben dieses Buches ist und erinnert mich erneut an die Edelsteine. 

Zitat:

„“Gerade war ich noch eine Schleiereule, ehrlich“, versicherte ich ihnen.““
(S. 94)

„(Lottie, die bei jeder Gelegenheit dreimal auf Holz klopfte, meinte, mein Misstrauen allem Übersinnlichen gegenüber läge in meinem Sternzeichen begründet, Waagen mit Aszendent Schütze seien geborene Skeptiker. Stets wollten sie den Dingen auf den Grund gehen udn benötigten für alles Beweise, weshalb ich schon als Kleindkind die Existenz von Weihnachtsmann und Zahnfee angezweifelt hätte.)“ (S. 108)

Fazit:
Ich finde es fast schon faszinierend wie schwer es mir fällt ganz bestimmte Bücher zu rezensieren. Mich selbst dabei zu beobachten was mir da besonders schwer fällt ist höchst interessant!

Kerstin Gier hat hier sicher nicht das Genre neu erfunden und vor allem die Parallelen zur Edelsteintrilogie sind – in meinen Augen – mehr als deutlich. Da ist die leicht verwirrte/trottelige Protagonistin im Teenager-Alter die jetzt nicht die Unmengen Freunde hat, der gut aussehende (zu gut aussehende Typ) bzw. gleich vier davon, und das etwas zu extreme Finale. Erinnert mich alles sehr an die Edelsteine und das ein oder andere Mal musste ich auch beim Lesen sehr darüber schmunzeln.

Aber warum auch nicht ein bewährtes Konzept weiter verfolgen? Die Protagonistin ist sympathisch, die männlichen Charaktere vielfältig und alle irgendwie anders interessant und statt uralten Aufzeichnungen gibt es hier eben nen Tittle Tattle Blog. Die Ähnlichkeiten liegen also gewiss nicht an mangelnder Kreativität. (Oder gibt es gar keine Ähnlichkeiten und ich sehe das ganz alleine so?)

Nachdem ich das Buch gelesen habe, habe ich einen Trailer gesehen, in dem Kerstin Gier selbst sagte „Die Charaktere sind wieder alle so… nett.“ Und das sind sie. Liv ist wie jetzt mehrfach gesagt sympathisch. Nicht zuletzt weil sie Übersinnliches grundsätzlich erst mal anzweifelt. Ihre kleine Schwester Mia ist unfassbar lustig, Lottie höchst amüsant und die männlichen Vertreter (hier will ich einfach nicht zu viel verraten) sind im großen und ganzen alle sehr verträglich. Lediglich Livs Mutter finde ich ziemlich egoistisch und ihre Mitschülerinnen erfüllen so ziemlich jedes Highschool-Klischee. Zumindest letzteres ist aber auch sehr amüsant.

Mir gefällt die Idee mit den Träumen sehr, sehr gut. Denn auch ich träume sehr lebhaft und habe mal eine klitzekleine Facharbeit über Träume und luzides Träumen geschrieben. Es war also sehr spannend und interessant und die Vorstellung jemand anderen einfach so besuchen zu können im Traum.. großartig. Gleichzeitig war es aber auch gruselig. So gruselig, dass ich mich ein klein wenig geärgert habe das Buch nachts gelesen zu haben. (Fast in einem Rutsch, aber irgendwann reagierte doch die Vernunft.^^) Aber ich bin auch sehr empfindlich. ^^ Die vielen kleinen Details bei den Träumen möchte ich hier jetzt gar nicht erwähnen, denn das könnte ein wenig den Zauber nehmen. Zumindest ich war bei jedem „Ah! So geht das!“ – Detail sehr begeistert und hätte es schade gefunden das alles vorher zu wissen.

Was mach ich nun mit den Sternen? Ich könnte vermutlich einen abziehen. Wegen der zu glatten Lovestory, dem dramatischen Finale das mir ein klein wenig too much ist (und ich meine jetzt nicht die letzte Seite…) und weil am Anfang lange auch nicht allzu viel passiert. Aber! Ich würde es noch mal lesen, würde mir ohne Fragen eine Verfilmung sofort anschauen und hätte Band 2 vermutlich auch schon eingeatmet, wenn ich nicht erst die Rezension hätte schreiben wollen. Außerdem befürchte ich, dass ich mich ärgern werde nicht gewartet zu haben bis die Reihe vollständig ist, weil ich vermutlich dieses Jahr (erscheint im Oktober, aber ich muss ja auf die Bib warten) dann nicht mehr dran kommen werde. ^^ Es wäre also vermessen da jetzt etwas abzuziehen. Nur weil ich es könnte. 

Bewertung:  2013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.46

Kaufen: √
Leihen:
Ignorieren:

Ich bin mir sicher, dass die sich sehr gut im Regal machen. Ganz hübsch. Direkt neben der Edelsteintrilogie. Bei Reihen denke ich mir aber immer, dass man vllt. auch bis zum Ende warten sollte, ob man es überhaupt durchgehend mag. 

 

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