Autor: Sophie Andresky2015-02-23 13.10.31
Titel:
 Dark Room

Reihe: /
Genre: Erotikthriller
Seitenzahl: 255 Seiten

Das Buch ist bei Heyne Hardcore erschienen und kann hier erworben werden.

Cover: Ich kann mir nicht helfen, aber das Bild an sich wirkt auf mich etwas gekünstelt. Mir ist durchaus bewusst, dass auch Coverbilder nachbearbeitet werden, aber das sollte man dann halt nicht sofort sehen, oder? Ansonsten ist es gut abgestimmt. Es passt zur Geschichte. Die Farben passen zur Schrift und zum Titel. Es ist an sich stimmig, auch wenn ich die Platzierung von „Roman“ und „“Von der Autorin des…“ etwas störend empfinde. 

Der Klappentext:
Im Labyrinth der Lust

Auf den ausufernden Sexpartys des Swinger-Netzwerks „Labyrinth“ geht es hoch her: Gemma, die geheimnisvolle Frau im Hintergrund, erfüllt die bizarrsten und ausgefallensten erotischen Träume ihrer anspruchsvollen Kundschaft. Hier versucht die junge Fiona, durch Sex zu vergessen. Als ihre Freundin Evi und deren Vater verstümmelt und ermordet werden, beginnt Fiona zu ahnen, dass sich hinter dem Labyrinth ein schreckliches Geheimnis verbirgt. Sie kommt einer entsetzlichen Wahrheit auf die Spur…

Inhalt:
Fiona geht unter dem Nick „Eule“ auf die von der Grinsekatze organisierten Sexpartys um sich dort um den Verstand vögeln zu lassen und einzuwerfen was immer sie bekommen kann. Bei einer dieser Partys kommt es zu einer Razzia und sie flüchtet halb nackt vom Gelände. Auf dem Weg nach Hause merkt sie, dass sie verfolgt wird und versteckt sich kurz im Garten ihrer ehemaligen Freundin Evi, als die zuletzt eingeworfene Pille plötzlich ihre volle Wirkung entfaltet…

Erster Eindruck:
Mein erster Eindruck entspricht exakt meiner Erwartung. Bereits auf den ersten Seiten geht es hoch her und es gibt mehr Sex als im gesamten ersten Band von Shades of Grey. (Die anderen beiden habe ich übrigens nicht gelesen, aber diese beiden Rezensionen (#2 + #3) bestätigen mich da durchaus in dem Glauben, dass es in „Dark Room“ mehr und versauteren Sex gibt als in allen 3 Bänden.^^) Der Sexfaktor stimmt schon mal, wenn jetzt auch noch der Thriller-Anteil gut ist, bin ich restlos begeistert. 

Zitat:

„Fiona wimmerte und fiepte, dann zogen sich beide Männer plötzlich zurück, sie öffnete irritiert die Augen. Der über ihr hatte sich umgedreht und ließ sich den Schwanz von einer Frau blasen, der unter ihr wurde von einem jungen Kerl gefickt. Fiona wand sich aus den Schlaufen und hangelte sich weiter, bis sie zu einer rothaarigen Frau kam. Normalerweise war sie nicht fordernd und ließ die Dinge, die im Labyrinth geschahen eher mit sich passieren, aber jetzt war sie unbefriedigt und zum Zerreißen gespannt. Sie stellte sich mit weit gespreizten Beinen vor die Frau hin und zog ihre Schamlippen auseinander: „Leckst du mich fertig?““ (S. 113)

Fazit:
Da „Vögelfrei“ und „Fuck your Friends“ schon seit Ewigkeiten auf meiner Wunschliste stehen, war ich begeistert als mir eine Freundin „Dark Room“ als Leihgabe anbot. Nach der Dornröschen-Trilogie ist man im Erotik-Genre zwar einiges gewohnt, aber dennoch bleibe ich jetzt nach „Dark Room“ ziemlich … naja… verstört? zurück. Das lag jetzt nicht an den sehr freizügigen Darstellungen der Swinger-Partys. Nein, im Gegenteil. Die haben mir gefallen und das ist doch auch genau das was man erwartet (oder erwarten sollte) wenn man sich ein solches Buch nimmt. Doch darüber hinaus…?

Die – immerhin – existierende Rahmenhandlung ist so übertrieben und stellenweise absurd, dass ich jetzt gar nicht weiß wie ich das spoilerfrei verdeutlichen soll. Es passiert einfach viel zu viel. Da werden zu viele Fässer geöffnet und zusammengekippt. Zwar werden die vielen Teile alle in sich logisch miteinander verknüpft, aber was übrig bleibt ist ein großes „Zu viel“. Letztendlich konnte mich die Täterauflösung wirklich überraschen, aber das lag in meinen Augen schlicht daran, dass es einfach völlig absurde Zusammenhänge waren die dort hergestellt worden sind. Hätte man sich jetzt auf die „Jäger“ als Täter konzentriert und wäre es damit gegessen, dann hätte das jetzt zwar nicht der Thriller des Jahrhunderts werden können, aber es wäre vermutlich ein solides Buch geworden. So ist einfach zu viel Drama drin und wirkt schnell überladen. Und ich sage es noch mal: absurd. Dabei bin ich mir durchaus bewusst, dass es wirklich kranke Menschen auf der Welt gibt und dass es auch jeden Teil dieser Geschichte sicher so geben kann. Aber so geballt wirkt es einfach unglaubwürdig.

Auch geht mir die eingearbeitete – wirklich rührselige – Liebesgeschichte etwas zu schnell. Das ging so schnell, dass ich wirklich überlegt habe, ob ich Seiten übersprungen habe. Hatte ich nicht, es gab einfach keine Erklärung.

Generell bleibt vieles oberflächlich. Was ich schade finde, weil es halt auch irgendwie das Klischee bedient: „Menschen die auf Swingerpartys gehen sind oberflächliche, oder gestörte Menschen, die zu einer normalen Beziehung nicht fähig sind.“ Und in diesem Buch sogar: „Menschen die auf Swingerpartys gehen sind möglicherweise kaltblütige Mörder.“ Warum die Charaktere so sind wie sie sind wird allenfalls angerissen. Deswegen ist es auch nicht wirklich möglich eine Verbindung zu den Charakteren aufzubauen.

Die Autorin hätte vielleicht bei dem bleiben sollen was sie kann: Sex beschreiben und darstellen. Denn das macht sie meiner Meinung nach wirklich gut. Wenn sie sich dann noch auf eine handvoll Charaktere beschränkt und die besser ausarbeitet, dann könnte das theoretisch gut werden. Denn ihre Art zu schreiben gefällt mir eigentlich.

Gerne würde ich dieses Buch jetzt mit ihren reinen Erotikromanen vergleichen, aber scheinbar sind die für meine Bibliothek auch zu versaut. ^^ Leider ist da kein rankommen. 

„Dark Room“ hinterlässt für mich jedenfalls den faden Beigeschmack, dass man einem (guten!) Porno zwanghaft eine Handlung geben wollte und daran kläglich gescheitert ist. 

Bewertung:  2013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.46

Kaufen:
Leihen: √
Ignorieren:

Wer einen guten Thriller mit Erotikbeilage lesen will sollte das Buch ignorieren. Wer für brauchbare und vor allem klar und deutlich dargestellte Sexdarstellungen auch absurde Handlungen übersehen kann, der kann es sich zumindest mal ausleihen.

 

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