Autor: Anne Sonntag2014-11-20 23.58.40
Titel: Eigentlich Liebe
Reihe: /
Genre: Roman
Seitenzahl: 280 Seiten

Das Buch ist bei Piper erschienen und kann hier erworben werden.

Cover: Definitiv kein Buch zu dem ich greifen würde, wenn ich keine Vorinformationen hätte. Zu kitschig, zu viel pink. Einfach so absolut nicht meins. Spätestens bei den Pailletten auf dem Kleid wäre ich raus. 😉

Der Klappentext:
Warum Hochzeiten spannender sind, wenn man nicht die Braut ist? Alle Optionen sind noch offen…

Verliebt, verlobt, verheiratet? Nicht bei den drei Freundinnen Hanna, Clara und Vero. Als wäre unglücklich, verlassen und betrogen nicht schon schlimm genug, steht auch noch eine Traumhochzeit an, bei der sie weder Braut noch Brautjungfern sind. Spannend wird es allerdings beim Blick auf die Gästeliste, denn einige äußerst attraktive Männer sorgen für jede Menge Herzklopfen und absolutes Gefühlschaos – und am Ende stellt sich eigentlich nur noch die Frage: Wer gehört hier eigentlich zu wem?

Inhalt:
Kurz nachdem Clara nicht nur keinen Heiratsantrag bekommen sondern nicht mal mehr einen Freund hat muss sie mit ihren beiden Freundinnen auf eine Hochzeit. Vero und Hanna haben ihre ganz eigenen Geheimnissse und Problem und so verspricht die Hochzeit viele Überraschungen…

Erster Eindruck:
Ich mag Hanna vom ersten Moment an. Sie ist ziemlich… ich. Auch die kurzen Kapitel aus den unterschiedlichen Perspektiven gefallen mir sehr gut und somit bin ich ziemlich gespannt wie es weitergeht und fürchte, dass ich das Buch in einem Rutsch durchlesen werde…

Zitat:

„Ich nehme einen großen Schluck Champagner und ertrinke in Glück. Dem Glück der anderen. Angeregte Gespräche, lachende Gesichter, strahlende Augen, euphorische Hochzeitsmienen, aufwendige Hochsteckfrisuren und ich in meiner einsamen Mittelmäßigkeit.“ (s. 94)

„Was ist besser? Etwas zu erleben, auch wenn es nur dieses eine Mal geben wird? Oder ist das Vermissen danach im Vergleich zu den paar Momenten – okay, Stunden – der Erfüllung nur eine bleischwere Last, die letztlich die Erinnerung an den Gefühlsrausch nach kürzester Zeit erstickt?“ (S. 96 ff.)

„“Du hast recht“, sagte ich schließlich in einem fremden, festen Tonfall. „Wir sind ein Fehler.“ (S. 168)

Fazit:
Wie im ersten Eindruck bereits erwähnt, hätte ich das Buch wohl in einem Rutsch durchgelesen, wenn es da nicht einen kleinen Fehler gegeben hätte. So wurde ich an einer ziemlich interessanten Stelle ziemlich eiskalt aus der Geschichte katapultiert und war wirklich, ernsthaft frustriert.
Als der Ersatz dann kam, hatte mein Gehirn auch nicht mehr alle Details auf Lager. Aber immerhin habe ich den Rest dann in einem Rutsch gelesen und dafür mal wieder sehr viel Schlaf geopfert. Danach war ich traurig. Das lag allerdings nicht am Buch, sondern an mir… aber fangen wir vorne an. ^^

Mir gefallen die unterschiedlichen Perspektiven sehr und ich bin ja bekanntlich auch ein Fan von eher kurzen Kapiteln und komme diesbezüglich voll auf meine Kosten. Auch wird mir mit Hanna ein Charakter geliefert mit dem ich mich 1a identifizieren kann und von Anfang an mitfiebere. Vero hingegen ist nicht ganz so mein Fall und ich persönlich kann ihre persönliche Geschichte (bzw. ihre Art und ihre Entscheidungen) auch einfach von Anfang bis Ende nicht nachvollziehen. Als Kontrast zu ihren beiden Freundinnen funktioniert sie aber wirklich gut. Clara ist für mich zwischen den beiden. Zwar interessiert es mich, wie es ihr ergeht, aber sie ist doch relativ weit von mir weg.

Der Handlungsort ist interessant, auch für jemanden wie mich, der mit Hochzeiten so gar nichts am Hut hat und darauf auch echt gut verzichten kann. 😉 Viele Menschen krachen aufeinander, Gefühle kochen hoch und es gibt viele Spannungsfelder.

Es ist natürlich kein Geheimnis, dass Anne Sonntag (besser bekannt als Freitag *g*) schreiben kann. Von daher kann ich am Schreibstil selbstverständlich nichts aussetzen. 😉 Das Buch ließ sich sehr gut und flüssig inhalieren und hat mir ein paar gute Stunden bereitet.

Was mich jetzt im Endeffekt gestört hat kann ich nicht wirklich greifen. Mir war es am Ende glaub ich einfach zu rund und zu kitschig. Zu viel Glück. Zu viel rosa Wolken. Alles ein wenig zu perfekt. Für Kitsch brauch ich besondere Momente.  Als ich „Eigentlich Liebe“ weiter gelesen habe, war keiner dieser Momente. Zu häufig schrie es in mir auf „Das ist unrealistisch. Das läuft niemals so ab. Liebe. Pah.“ Dabei war mir eigentlich schon klar, dass dieses Buch genauso ablaufen muss, wie es ablaufen wird. Und ich habe es ja auch wirklich mit Begeisterung gelesen. Hinzu kam aber auch, dass es mich – passend zum ersten Zitat – persönlich getroffen hat. Möglicherweise war es also einfach nur der falsche Zeitpunkt für mich. Da ich mir aber nicht vorstellen kann das Buch ein zweites Mal zu lesen, komme ich zu einem kleinen Abzug. 🙂

Bewertung:  2013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.46

Kaufen: √
Leihen:
Ignorieren:

Obwohl es für mich einen negativen Beigeschmack hinterlassen hat, würde ich trotzdem zum Kauf raten. Es ist gut. Es macht Spaß. Es unterhält. Und nicht jeder ist da so empfindlich/speziell wie ich. 😉

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