Ich habe nicht viel gelesen. Aber ich habe gut gelesen. So richtige Sprachschätze, wie ich finde. Es könnte also ein sehr, sehr langer Artikel sein. Ich hab mich aber dazu entschieden hier nur die Zitate zu präsentieren, die es nicht in die Rezensionen geschafft haben. Dafür aber diese noch mal zu verlinken. 🙂

Klaus-Peter Wolf – Ostfriesenblut

“Weller liebte alle Arten von Hering. Brathering. Bismarckhering. Aber am liebsten aß er Matjes. Er nannte den Matjes Ostfriesensushi.” (S. 174)

“Sie musste an ihren Vater denken, der ihr lachend erzählt hatte: “Häuser in Ostfriesland baut man ohne Keller, meine Kleine. Die Ostfriesen haben genug Wasser in der Nordsee. Sie brauchen es nicht auch noch unten im Haus.”” (S. 224)

“Menschen aus dem Ruhrgebiet teilten sich für Weller in zwei Gruppen ein: die, die Ostfriesland liebten, davon träumten, für immer dort zu wohnen und jeden freien Tag nutzten, um ans Meer zu fahren. So, wie sie die Landschaft liebten, so mochten sie auch die Ostfriesen und ihre stille Art. Und dann die anderen, für die Ostfriesen einfach nur Deppen waren, die Nordsee kein richtiges Meer, weil sie die Schönheit des Watts nicht kannten, sondern es nur matschig fanden, dreckig und doof.” (S. 251 ff.)

“”Sie machen das richtig, junge Frau! Wir kommen schon seit fünfzehn Jahren hierher, aber wenn das so ist, dann fahren wir in Zukunft lieber nach Holland, da haben sie noch keinen Zaun um Meer gebaut!” (S. 254)

Marcus Luft – Frühstück in Amsterdam

Dieses Buch hat so unfassbar viele tolle Zitate, dass ihr euch einen Teil davon auch in der Rezension anschauen könnt!

“Der Schuldige ist nicht derjenige, der an etwas Falsches glaubt. Sondern derjenige, der einen im falschen Glauben lässt.” (S. 14)

“Manche sagen, Blut sei dicker als Wasser. Ich glaube nicht an diesen Unsinn, sondern bewerte Menschen nach ihrem Handeln.” (S. 15)

“Ist es möglich, dass sich das Leben gegen einen verschwört? Ist das Schicksal ein Dominospiel – wenn ein Stein umfällt, ist auch das Ende der anderen eine ausgemachte Sache?” (S. 46)

“Ich möchte trotzdem, dass du weißt, wie unwichtig dein Job eigentlich ist. Nicht speziell dein Job, jeder Job. Darum darf es sich im Leben nicht drehen, hörst du? Du musst deine eigenen Träume verwirklichen.” (S. 53)

“Es kommt nicht darauf an, wie viel Geld man hat, welches Auto man fährt und auf welchen Status man sich etwas einbilden kann. Es geht darum, wie man sein Leben lebt.” (S. 68)

David Safier – 28 Tage lang

Auch hier gibt es sehr viele. Einen Teil davon könnt ihr in der Rezension finden.

“Oft, wenn mich die Angst überwältigt, berühre ich die Oberfläche von etwas, um mich zu beruhigen: von Metallen, Steinen, Stoffen – egal, Hauptsache ich merke, dass es noch etwas anderes auf dieser Welt gibt als meine Furcht.” (S.11)

 “Jederzeit konnte ich erwischt und erschossen werden. Wenigstens hätte ich es dann nicht weit bis zu meinem Grab.” (S. 28)

“Und wie furchtbar war es, in einer Lage zu sein, in der man dachte: Ein Mafiaboss, dem ich ein Geschäft vermasselt habe, ist nicht mein größtes Problem.” (S. 139)

“Ich geh nicht auf die Straßen”, erklärte sie. “Ich bin nicht so wie die Kinder in den Geschichten, die immer in einen dunklen Wald oder in ein verwunschenes Haus latschen, obwohl jeder, aber auch wirklich jeder, die davor gewarnt hat.” (S. 162)

“Es gewinnt der, der am wenigsten Angst hat. Das begriff ich nun. Deswegen hatten die Deutschen gegen uns Juden gewonnen.
Bisher.
Doch jetzt hatten wir keine Angst mehr.
Wir waren ja schon tot.” (S. 234)

“Ich erschrak. Halb erwartete ich, dass er mich jetzt erschießen würde. Das hätte zwar nicht zu seinem vorherigen Verhalten gepasst, aber er war ein Deutscher, und er betrank sich, und es gab auf der Welt nichts Unberechenbareres als betrunkene Deutsche.” (S. 271)

Mehr Schätze drüben bei Tialda. 🙂

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