Autor: Klaus-Peter Wolf 2014-09-11 22.31.08
Titel: Ostfriesenblut
Reihe: Ann Kathrin Klaasen #2
Genre: Krimi
Seitenzahl: 315 Seiten

Das Buch ist bei Fischer erschienen und kann hier erworben werden.

Cover:  Ich bin begeistert von dem Cover. Wie auch beim ersten Band kann ich das Meer fast riechen. Es ist und bleibt einfach genau mein Thema. Was ich zur Schrift gesagt hab, könnt ihr hier nachlesen. Da werde ich mich jetzt nicht jedesmal wiederholen. 😉 Das Bild selbst – also die joggende Frau – passt auch sehr gut zur Geschichte.

Der Klappentext:
Dieser Mörder will spielen

Norddeich war ein friedlicher Urlaubsort an der Nordseeküste. Hier wurden keine Touristen beim Baden vom Weißen Hai attackiert und auch keine Frauen von Parkplätzen entführt. So hatte man bis jetzt gedacht. Die Polizei glaubte eher an einen Badeunfall. Vielleicht war die Frau ja nach dem Joggen für eine kleine Abkühlung in die Fluten gestiegen. Manchmal überschätzten Menschen ihre Kräfte, schwammen zu weit raus und bekamen im Wasser einen Herzinfarkt. Aber dann hätten irgendwo am Strand zumindest ihr Jogginganzug und ihre Turnschuhe liegen müssen.

Inhalt:
Während Ann Kathrin über das Scheitern ihrer Ehe nachdenkt, wird sie unbemerkt beobachtet, gerade zu überwacht. Währenddessen wird ein alter Mann festgehalten und grausam gefoltert und Ann Kathrin hat plötzlich eine Leiche vor ihrer Tür liegen.
Während ihre Kollegen an einen Jugendstreich ihres Sohnes glauben, ist sie da nicht von überzeugt. Zu Recht. Ärger mit dem Sohn gibt es zwar auch, aber die abgelegte Leiche führt zu einem weitaus größeren Fall als alle vermutet hätten. 

Erster Eindruck:
Mir gefällt es auch diesmal wie man direkt vom Anfang an beim Täter selbst ist. Der Autor verschwendet wirklich keine Zeit bevor es spannend wird. Allerdings hat der Anfang so gar nichts mit dem Klappentext zu tun. Die Leiche ist definitiv keine Joggerin. Und auch sonst finde ich den Klappentext ehrlich gesagt etwas irreführend. 😉 Dafür gibt es direkt am Anfang wieder nerviges Familiendrama… *seufz*

Es gibt keine Kapitel. Das fällt mir erst sehr spät auf, allerdings lese ich auch schon bald 4 Wochen an diesem Buch (jetzt wo ich meinen ersten Eindruck verfasse *hust*). Möglicherweise ist auch genau das der Punkt der es mir so schwer macht. Keine Kapitel bedeutet selbst ein Ende finden müssen. Das kann ich nicht so gut, also vermeide ich dann meistens das Buch. Ich bin für klare Unterteilungen. Möglichst viele. 😉

Zitat:

„Weller liebte alle Arten von Hering. Brathering. Bismarckhering. Aber am liebsten aß er Matjes. Er nannte den Matjes Ostfriesensushi.“ (S. 174)

„Sie musste an ihren Vater denken, der ihr lachend erzählt hatte: „Häuser in Ostfriesland baut man ohne Keller, meine Kleine. Die Ostfriesen haben genug Wasser in der Nordsee. Sie brauchen es nicht auch noch unten im Haus.““ (S. 224)

„Menschen aus dem Ruhrgebiet teilten sich für Weller in zwei Gruppen ein: die, die Ostfriesland liebten, davon träumten, für immer dort zu wohnen und jeden freien Tag nutzten, um ans Meer zu fahren. So, wie sie die Landschaft liebten, so mochten sie auch die Ostfriesen und ihre stille Art. Und dann die anderen, für die Ostfriesen einfach nur Deppen waren, die Nordsee kein richtiges Meer, weil sie die Schönheit des Watts nicht kannten, sondern es nur matschig fanden, dreckig und doof.“ (S. 251 ff.)

„“Sie machen das richtig, junge Frau! Wir kommen schon seit fünfzehn Jahren hierher, aber wenn das so ist, dann fahren wir in Zukunft lieber nach Holland, da haben sie noch keinen Zaun um Meer gebaut!“ (S. 254)

Fazit:
Nachdem ich Band 1 so gut fand, hab ich mich echt gefreut, dass ich so schnell an den zweiten gekommen bin. Um es mal vorweg zu nehmen: Ich hoffe das geht beim dritten genauso fix. Leider ist jetzt in diesem Moment der Bib-Server down und ich kann nicht nachschauen. (Edit: Bis Mitte Oktober verliehen…)

Was gleich geblieben ist?
Die Ehe ist immer noch Thema. Und ja, es nervt auch immer noch. Den Sohn würde ich am Anfang gerne ein wenig schütteln, oder einfach auswandern lassen. 😉 Ohne viel spoilern zu wollen: In diesem Buch hat das Drama wenigstens einen Sinn. Und es besteht ernste Hoffnung, dass es in Band 3 nicht mehr Thema ist. ^^

Die beschriebene Gegend ist immer noch ein Traum. Auch der Anfang des Buches ist genauso aufgebaut wie der Vorgänger. Spannung vom ersten Moment an, kein langes Zögern, keine ewige Vorgeschichte. Grandios!

Was sich geändert hat?
Der Aufbau im weiteren Verlauf. Weiß man bei „Ostfriesenkiller“ erst sehr spät mit der letzten Wende wer jetzt der Täter ist, ist es in „Ostfriesenblut“ relativ früh klar. Und dennoch bleibt die Geschichte – in meinen Augen – bis zum Ende hin spannend! Das finde ich eine wirklich große Leistung. Ich habe eigentlich damit gerechnet jetzt immer denselben Aufbau zu lesen, aber der Autor ist scheinbar flexibler als manch andere. 

Mit Blick auf die Zitate (Ich mag sie sehr!) werden weitere Pluspunkte deutlich. Ich persönlich finde es großartig, wie mit den Eigenarten der Ostfriesen gespielt wird, wie immer mal wieder eine Verbindung zum Ruhrpott gezogen wird (\o/), wie es trotz Krimihandlung Passagen zum Schmunzeln gibt.

Man kann „Ostfriesenblut“ unabhängig von „Ostfriesenkiller“ lesen und verpasst dann nur das Familiendrama. Es gibt im Verlauf der Geschichte immer mal kleine Rückblicke auf den ersten Fall, die aber weder ausufernd nervig sind, noch das Gefühl vermitteln etwas verpasst zu haben.

Mein einziger Kritikpunkt? Es gibt keine Kapitel. Es ist ein einziger fließender Text. Natürlich mit Absätzen und Abschnitten. Aber eben keine klaren Kapitel. Das stört mich sehr beim Lesen und hat auch dazu geführt, dass ich es am Anfang immer wieder weggelegt habe. Doch irgendwann hat es mich dann gepackt und ich hab es ziemlich zügig beendet.

Ich bin wirklich froh, dass ich mit der Reihe angefangen habe, denn der zweite Band hat mir noch besser gefallen als der erste. 🙂

Bewertung:  2013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.46

Kaufen: √
Leihen:
Ignorieren:

Ich überlege langsam ehrlich wo ich die Bücher günstig gebraucht herbekomme. Da es jetzt in der Bib so lange dauert hab ich sogar überlegt mir Band 3 einfach schon zu kaufen. Ich kann die Serie wirklich empfehlen.

 

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