Autor: Marcus Luft2014-09-16 02.10.47
Titel: Frühstück in Amsterdam
Reihe: /
Genre: Roman
Seitenzahl: 288 Seiten

Das Buch ist bei dotbooks.de erschienen und kann hier erworben werden. Ich habe mein Exemplar über BloggdeinBuch.de bekommen und möchte mich an dieser Stelle dafür bedanken. 

Cover: In dem mir vorliegenden schwarz-weiß ist es nur halb so schön wie in Farbe. Aber das farbige Cover könnt ihr euch ja auf der Verlagsseite anschauen 🙂 Das finde ich nämlich wirklich, wirklich schön. Die Pastelltöne gefallen mir sehr. Ansonsten hätte ich mir passend zum Thema „Amsterdam“ vielleicht ein wenig Wasser im Bild gewünscht… und ich hätte das Pärchen nicht gebraucht. Ist für mich auch einfach nicht zentrales Thema. Aber das sagt sich im nachhinein sehr einfach. 😉

Der Klappentext:
Das große Glück, was ist das eigentlich? Oliver dachte immer, er könnte diese Frage leicht beantworten: Karriere machen, Geld verdienen und sich hin und wieder mit der Gelegenheitsgeliebten amüsieren. Doch dann endet sein Leben auf der Überholspur unsanft mit einer fristlosen Kündigung. Was tun? Eigentlich wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, in einem Luxushotel in Marrakesch zu relaxen. Stattdessen landet Oliver in Amsterdam – und begegnet dort einem Wunder namens Muk: Die attraktive Holländerin liebt wilde Blumenmuster, näht bunte T-Shirts und träumt von einem eigenen kleinen Laden. Muk ist das komplette Gegenteil von Oliver … und trotzdem genau die Frau, von der er schon immer heimlich geträumt hat. Auf einmal ist es zum Greifen nah, das große Glück. Nur: So einfach ist es nicht im Leben.

Inhalt:
Völlig unvorbereitet wird Oliver gekündigt. Dabei hätte er doch eher mit einer Beförderung gerechnet. Ganz standesgemäß möchte er in ein Luxushotel nach Marrakesch und landet … in Amsterdam. Dort trifft er Muk und lernt ein ganz anderes Leben kennen. 

Erster Eindruck:
Vom ersten Satz an bin ich begeistert. Also vom ersten Satz nach dem Prolog. 😉 Denn der macht für mich erst mal wenig Sinn. Aber dieses erste Zitat im ersten Kapitel ist einfach so großartig. Nur der Protagonist gefällt mir erstmal nicht so wirklich. Auch überrascht es mich ein wenig, dass es so lange dauert bis es wirklich um Amsterdam geht. Aber es macht wirklich Spaß zu lesen.

Zitat:

 „Es ist nicht so, dass einen das Leben warnt, wenn es plötzlich die Richtung ändern will. Dass es einem vielleicht ins Ohr flüstert: „He, stell dich schon mal drauf ein: Ab heute Abend wird nichts mehr so sein, wie es einmal war.“ Nein, das Leben hat kein Frühwarnsystem. Man kann sich nicht darauf verlassen wie auf den Wetterbericht und sich vorsichtshalber etwas wärmer anziehen.“ (S. 7)

„Lekker. Mein absolutes Lieblingswort. Holländer benutzt es so oft wie möglich. Geht es ihnen gut, geht es ihnen lekker. Sie haben lekker Ferien, das Wetter ist manchmal lekker, Frauen sind es eigentlich immer. Echt lekker.“ (S. 40)

„Vla ist eine süchtig machende Droge in Form von tetraverpacktem Trinkpudding. […] Seit neuestem gibt es auch slagroom-vla, das Kokain unter den Desserts: Es macht glücklich, man kann nicht genug davon bekommen, erlebt nach dem Genuss rauchartige Zustände – und vergisst, dass eine Portion den Kalorienwert eines Sechs-Gänge-Menüs hat. Was es wert ist.“ (S. 121)

„“Heute geht es nicht mehr nach schwul, hetero oder lesbisch. Man entscheidet sich für einen Menschen, weil man seine Art mag, seinen Charakter, weil er irgendetwas hat, das einen anmacht. Und ob das nun ein Kerl ist oder eine Frau, spielt bei den meisten überhaupt keine Rolle.“ (S. 174)

Fazit:
Das Buch hatte mich bereits mit dem ersten Satz, denn das erste erwähnte Zitat, ist auch der Anfang der eigentlichen Geschichte. Das ließ auch nicht nach, obwohl ich Oliver von Anfang an nicht wirklich sympathisch fand, da er in einer so völlig anderen Welt lebt und in meinen Augen einfach nur sehr, sehr arrogant ist.
Ich brauchte eine Weile bis ich mit ihm warm werde. Aber er braucht ja auch eine Weile um sich zu finden und von der Vergangenheit zu lösen. Und irgendwann ist er doch ganz nett. 😉 Alle anderen Charaktere sind sehr spannend, interessant, vielfältig und sympathisch. Und vor allem: Anders. Außerhalb der geläufigen Norm. Großartig.

Das Buch ist ein Zitatefeuerwerk. Das hab ich so gar nicht mehr in Erinnerung gehabt, merke es aber jetzt beim Notieren. Die Sprache und gerade die Vergleiche gefallen mir wirklich sehr gut. Genauso wie das eigentliche Kernthema. Aber auch die Nebenschauplätze wie Homosexualität oder Familie sind wirklich schön verarbeitet. Für mich persönlich ist die Geschichte zwischen Muk und Oliver nämlich nicht das Hauptthema. 😉

Vermutlich finde ich deswegen viele Gespräche und Situationen zwischen Muk und Oliver sehr kitschig. Auch geht es mir zwischen den beiden einfach irgendwie zu schnell. Das Ende ist mir ebenfalls zu kitschig. Aber den Gedanken nach Amsterdam zu wollen, den werde ich nicht mehr los. Das Bild, welches der Autor hier von Amsterdam zeichnet gefällt mir sehr. Ich habe vorher nie darüber nachgedacht (nochmal) nach Amsterdam zu reisen, denn meine bisherigen Erfahrungen – zugegeben sehr geringe – waren nicht sonderlich gut. Aber jetzt möchte ich unbedingt mal hin. 🙂

Ein klein wenig Abzug für den Kitsch. Aber sonst bin ich wirklich begeistert!

Bewertung:  2013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.46

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Das Buch ist für 2,99€ erhältlich. Damit macht man wirklich nichts verkehrt! Ehrlich nicht. Ich würde behaupten, dass für jeden etwas in der Geschichte dabei ist. 🙂

 

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