Autor: David Safier 2014-08-02 11.13.02
Titel: 28 Tage lang
Reihe: /
Genre: Roman
Seitenzahl: 404 Seiten

Das Buch ist bei Kindler erschienen und kann hier erworben werden.

Cover: Mir gefällt das Cover in beiden Versionen sehr gut. Die hier vorliegende weiße Version fällt meiner Meinung nach aber etwas mehr auf. Die Farben passen gut zusammen, das brennende Papier ist beeindruckend und zum Thema passend. Selbst ohne zu wissen worum es geht, würde ich wohl nach diesem Buch greifen. 

Der Klappentext:
Was für ein Mensch willst du sein?

Die sechzehnjährige Mira schmuggelt Lebensmittel, um im Warschauer Ghetto zu überleben. Als sie erfährt, dass die gesamte Ghettobevölkerung umgebracht werden soll, schließt sich Mira dem Widerstand an. Der kann der übermächtigen SS länger trotzen als vermutet. Viel länger. Ganze 28 Tage.

28 Tage, in denen Mira Momente von Verrat, Leid und Glück erlebt.

28 Tage, in denen sie sich entscheiden muss, wem ihr Herz gehört.

28 Tage, um ein ganzes Leben zu leben.

28 Tagen, um eine Legende zu werden.

Inhalt:
Als sie beim Schmuggeln erwischt wird, lernt Mira einen unbekannten jungen Mann kennen, der ihr nicht nur das Leben rettet, sondern auch noch gehörig den Kopf verdreht. Doch dann spitzt sich die Lage zu und es gibt weitaus größere Probleme als die Treue zu ihrem Freund. Mira versucht ihr Leben zu retten und das ihrer Familie. Während über allem die Frage steht: Was für ein Mensch willst du sein?

Erster Eindruck:
(Ich hab es leider verpennt mir Notizen zu machen und es ist jetzt wirklich lange her… Aber ich vermute mal, dass ich schon am Anfang sehr begeistert war. 😉 Sehr professionell hier… ich weiß.)

Zitat:

„“Du hast ihn geküsst?!?“, kombinierte ich entsetzt.
„Ist es nicht das, was Prinzessinnen tun?“
„Eigentlich nicht.“, erwiderte ich.
„In meinen Geschichten schon“, grinste Hannah mich breit an.
Wenn es die Nazis nicht schafften, würde mich dieses Mädchen gewiss ins Grab bringen.“ (S. 52)

„Neben mir im Menschenkessel ging eine Frau und trug ein schlafendes Baby im Arm. Ich erkannte, dass sie eine der wertvollen Marken um den Hals trug, ihr Leben könnte gerettet werden. Das des Babys aber nicht. […] Leise sagte sie zu mir: „Man kann immer ein neues Kind bekommen.““ (S. 212)

„“Und?“, fragte Rachel.
„Nichts“, antwortete er niedergeschlagen. „Kein Ausweg.“
Es ist schwer, sich zusammenzureißen, wenn man kurz davor ist zu verbrennen.“ (S. 321)

Fazit:
Ich bin eine Niete in Geschichte. Daraus mache ich kein Geheimnis. Ich hab den Geschichtsunterricht in der Schule gehasst und dementsprechend auch wenig mitgenommen. Meistens ist das völlig in Ordnung und ich kann da ganz gut mit leben. Und von Hitler hab ich durchaus auch schon was gehört. 😉
Für dieses Buch bedeutete es, dass ich keinerlei Ahnung hatte worauf ich mich da einlasse. Ich bin ein großer Fan von David Safier. Deswegen war mir einfach nur klar, dass ich dieses Buch lesen möchte. Ja sogar muss. Ich wollte seine andere Seite sehen. Sehen ob er genauso gut ernste Romane schreiben kann wie humorvolle. Deswegen wollte ich das Buch lesen. Nicht etwa, weil ich wusste worauf ich mich einlasse.

Es ließ mich erschüttert zurück. Und dennoch begeistert. Begeistert, weil Safier einfach schreiben kann. Scheinbar alles. Völlig unabhängig vom Thema. Erschüttert, weil es so grausam war, dass ich immer wieder den Kopf schütteln musste bei dem Gedanken daran, dass es sich hier nicht um reine Fiktion handelt, sondern dass es Menschen gab die so gehandelt haben. Menschen die genauso gestorben sind.
Wie realistisch es jedoch wirklich war, wurde mir erst am Ende des Buches klar, als ich das Interview mit David Safier gelesen habe. Danach verbrachte ich viele Stunden mit Wikipedia. Las die einzelnen Ereignisse nach und habe so ziemlich alles verschlungen was ich zum Widerstand in Warschau so gefunden habe.

Da ich ja nun mal ein Fan vom Autor bin ist es natürlich nicht verwunderlich, dass mir der Schreibstil gefällt. Selbst in diesem sehr ernsten Setting bringt er immer mal wieder eine Prise Galgenhumor unter. Der mir liebste Humor. 😉 Nicht nur deswegen ist es mir sehr schwer gefallen mich auf 3 Zitate zu beschränken.
Aber auch Mira, die Protagonistin ist mir mit der Zeit sehr ans Herz gewachsen und ich hatte die ganze Zeit Angst vor dem Buchende. Vor ihrem Ende. Mit der Zeit habe ich ihre Angst selbst gespürt. Hatte selbst auf jeder Seite Angst vor dem was passieren könnte. Ich könnte jetzt noch sehr viel andere Dinge erzählen, aber das würde hier den Rahmen sprengen.

Das Buch hat mich sehr lange beschäftigt. Nach dem Lesen habe ich so ziemlich jedem (ungefragt) davon erzählt und es uneingeschränkt empfohlen. Das werde ich auch hier und heute tun. 🙂

Bewertung:  2013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.46

Kaufen: √
Leihen:
Ignorieren:

Ich selbst hatte es nur geliehen, werde aber sicher zugreifen, wenn es mir mal gebraucht über den Weg läuft. Ich würde es wohl gerne noch mal lesen. Oder im Regal stehen haben. Einfach so. 

 

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