Autor: Johannes Groschupf2014-06-23 18.51.12
Titel: Lost Places
Reihe: /
Genre: Jugendbuch
Seitenzahl: 250 Seiten

Das Buch ist bei Oetinger erschienen und kann hier erworben werden.

Cover: Das Cover gefällt mir sehr gut. Es passt zum Thema und vermittelt die Düsternis dieser verlassenen Gelände. Ich war selbst schon auf dem ein oder anderen Lost Place und das Cover vermittelt mir genau dasselbe Gefühl wie es mich auch an diesen alten, verlassenen Orten überkam.

Der Klappentext:
„Sieh nicht hin, sieh nicht hin.“
Jede Nacht höre ich meine eigenen Worte.
Aber wir haben hingesehen.

Sie sind wie Katzen in der Nacht: Chris, Moe, Steven, Kaya und Lennart. Im nächtlichen Berlin erkunden die Freunde lost places – verfallene Krankenhäuser, stillgelegte Fabriken, leer stehende Häuser. Doch die verlassenen Gebäude bergen nicht nur Charme, sondern auch Schrecken. Als die Freunde in einem heruntergekommenen Haus eine Leiche entdecken und vermuten, dass die Motorradgang Bandidos dahintersteckt, wird es richtig gefährlich…

Inhalt:
Statt weiterhin in Clubs zu feiern geht die Gruppe Jugendlicher verlassene Gebiete erforschen. Das ist gleichermaßen spannend wie illegal. Bei einer ihrer Touren entdecken sie eine Leiche und tun was man in so Fällen tut… sie gehen nicht zur Polizei. Auch als sie anderen krummen Geschäften auf die Schliche kommen und irgendwann bis zum Hals in der Scheiße stecken, versuchen sie alleine damit klar zu kommen. Doch das ist weitaus gefährlicher als sie sich vorstellen können. Und Lost Places besuchen kann auch schon mal zur Sucht werden… 

Erster Eindruck nach 2 Kapiteln:
Es sind kurze Kapitel in denen bisher nicht allzu viel passiert ist. Der Prolog lässt Schlimmes ahnen. Die beiden folgenden Kapitel sind dagegen dann eher langweilig. Vermutlich wird es aber genau jetzt spannend. Das könnte man zumindest ein wenig erahnen.
Was ich definitiv schon wieder feststellen kann: Jugendliche und ihre Sprache nerven mich. Dafür habe ich jetzt schon Lust die ganzen Berliner Orte zu googeln und muss bei der ein oder anderen Erwähnung an einen befreundeten Taxifahrer aus Berlin denken. 😀

Zitat:

„“Ihr wisst, weshalb wir hier sind“, sagte er. „Ihr alle kennt Eddie. Er ist vor zwei Jahren zu uns gekommen. Er hat uns gedient. Er hat bewiesen, was er kann. Heute ist der Tag seiner Prüfung. Wenn er sie besteht, ist er einer von uns. Fangen wir an.“ Eddie wurde in die Mitte des Raumes geführt. Er trug eine Augenbinde. „Ausziehen“, sagte Klitschko.“ (S. 176)

Fazit:
Vielleicht bin ich einfach nicht die Zielgruppe, aber mich hat das Buch im Endeffekt nicht überzeugt. Der Klappentext weckt hohe Erwartungen. Zumindest der Anfang. Ebenso der Prolog. Doch das Buch hält nicht was es am Anfang verspricht.

Von den Charakteren ist nicht einer wirklich sympathisch. Was vermutlich daran liegt, dass ich mit Jugendlichen nur noch selten warm werde. Aber das hätte man eventuell verschmerzen können, wenn der Rest gut gewesen wäre, viel blieb da jedoch nicht. Ich hätte mehr „Lost Places“ erwartet. Mehr Handlung bevor es richtig los geht. Und vor allem, weniger … ja was eigentlich? Klischees? Die Jugendlichen bleiben fast alle etwas fad. Lediglich von Lennart und Moe erfährt man ein wenig mehr. Sympathischer werden sie dadurch aber auch nicht.

Was ich gut fand? Die realistischen Ortsbeschreibungen. Alle erwähnten Orte gibt es so. (Zumindest so weit ich nachgeschaut habe ;)) Die Lost Places existieren. Das geht sogar detailliert bis zum beschriebenen Dachstuhlbrand. Auch die erwähnten Clubs existieren so. Und ich musste mehr als einmal schmunzeln, weil ich an einen Berliner Taxifahrer denken musste, der ständig das Berghain oder das Watergate erwähnt 😀 Vermutlich gibt es das Türsteher-Problem wirklich. Das möchte ich an dieser Stelle gar nicht anzweifeln. Vermutlich ist das so wie es erzählt wurde möglich. Mir erscheint es jedoch völlig überzeichnet. Möglicherweise liegt das daran, dass ich den Erzähler nicht sonderlich mochte. Die Geschichte wird aus der Perspektive von Lennart erzählt. Außerdem gibt es viele mehr oder weniger kleine Details auf die ich hätte verzichten können. Irina zum Beispiel. Oder die Lovestory. Oder das Ende. 😉

Wie gesagt, der Prolog weckt unnötige Erwartungen. Ohne ihn wäre die Enttäuschung am Ende vielleicht nicht ganz so groß. Aber wie gesagt, vielleicht war es auch ein Zielgruppen-Problem.

Bewertung:  2013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.46

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Ich will es jetzt nicht verteufeln, nur weil es mir nicht gefallen hat. Wer mit Jugendlichen kann, der mag es vielleicht. Mir war es stellenweise zu viel, zu nervig und zu absurd. 

 

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