Autor: Dr. Josephine Chaos2014-07-08 12.15.37
Titel: Dann press doch selber, Frau Dokta!
Reihe: /
Genre: Humor
Seitenzahl: 256 Seiten

Das Buch ist bei Fischer erschienen und kann hier erworben werden.

Cover: Es ist lustig anzusehen und verdeutlicht so ziemlich genau worum es geht. Lediglich die Schuhe passen für mich so gar nicht ins Bild. Damit rennt man einfach nicht über die Krankenhausflure. 😉

Der Klappentext:

Als Frauenärztin schon wieder ungeplant schwanger?! Eine wahre Geschichte, noch lustiger als die Schwarzwaldklinik …

»Ich schwöre: Ich bin lieb! Wirklich! Aber mit Nierenschalen zu werfen – das geht dann doch ein bisschen zu weit. Also schrei ich: ›Frau Pharma? FRAU PHARMA! Es reicht jetzt! Pressen Sie mal, statt hier so rumzufurien!‹ Frau Pharma ist das aber so was von egal! ›Ich press nich mehr, Frau Dokta! Ich will JETZT ´nen Kaiserschnitt! Abba sofoooort!‹
Dann wirft sie mir noch eine ganze Batterie von Schimpfwörtern an den Kopf, deren Bedeutung ich erst googlen muss, bevor sie – und JETZT wird es lustig – einfach aufsteht und davonstürmt …«

Ärzte sind auch nur Kollegen im Kittel: Erleben Sie die Klinik als verrücktes Großraumbüro mit strengen Oberschwestern, attraktiven Chefärzten und vielen tollen Geburten.

Inhalt:
Josephine ist schon wieder schwanger. Das passt ihr nicht nur nicht in den Kram, nein sie erzählt es auch erst mal niemandem und macht ihre Arbeit in der Klinik wie gewohnt. Während Monat um Monat vergeht, verbringen wir viel Zeit mit ihr im Kreissaal und im OP, lernen sämtliche Kollegen kennen, lieben und hassen und fragen uns die ganze Zeit wann sie endlich aufhört zu arbeiten. 😉

Erster Eindruck nach 2 Kapiteln:
Meine Befürchtung, dass ich vieles aus dem Blog kenne wurde bisher nicht bestätigt. Viel eher geht es bisher hauptsächlich um ihre Schwangerschaft und die wurde im Blog nicht thematisiert. 😉 Aber viele Namen kommen einem bekannt vor. So wie „Bambi“ zum Beispiel. Wer den Blog kennt wird hier so einige Charaktere wiedererkennen. Auch die Schreibart ist unverkennbar „Josephine“. Und es macht genauso viel Spaß wie beim Blog.

Zitat:

„Ein Balken für „Nix passiert!“,  zwei Balken für »Kauf dir schon mal einen Strick!«. Und ganz häuufig war der zweite Strich nur unter der Lupe im gleißenden Sonnenlicht auszumachen. Wenn überhaupt!“ (S. 12)

„Warum hätte es nicht auch so eine Weichei-Fachrichtung sein können? Oder Radiologie? Radiologen müssen nichts halten, was schwerer als ein Röntgenbild ist.“ (S. 56)

„Schwester Notfall schüttet gerade entnervt den vierten Pott Kaffee hinunter, und ich frage mich ernsthaft, ob sie irgendwo eine externe Blase installiert hat.“ (S. 198)

Fazit:
Der Blog von Dr. Josephine Chaos ist der bisher einzige Blog, den ich – nachdem ich ihn damals entdeckt habe – wirklich von Anfang bis Ende durchgelesen habe. Ich mochte ihn schon damals sehr gerne und habe – wie auch viele andere – getrauert und nachgefragt, als da plötzlich nichts mehr kam. Die ersten neuen Blogartikel wurden bejubelt. Doch mit jeder Pause wurde es auch einfacher zu verkraften.

Bei dem Buch hatte ich zunächst Angst, dass es zu viele Wiederholungen geben würde. Es gab da unterschiedliche Aussagen im Bekanntenkreis und so kümmerte ich mich lange nicht darum das Buch zu bekommen. Ich kann nun bestätigen, dass die Sorgen weitestgehend unberechtigt waren. Zumindest mir kam nur eine Geschichte wirklich bekannt vor und das ist dann im Vergleich doch verschwindend gering. Die Schwangerschaft läuft als Erzählstrang im Hintergrund, während vordergründig verschiedene Geschichten aus dem Krankenhausalltag erzählt werden. In der typischen, überspritzten, völlig überdrehten Josephine-Art. Und nein, die Art ist definitiv nicht immer politisch korrekt.
Ich habe das Buch relativ zügig am Stück gelesen. Und vielleicht war das der Fehler. Denn irgendwann war es nur noch halb so lustig. Und stellenweise sogar anstrengend. Und leider, leider, leider war der Part mit der Schwangerschaft irgendwann völlig absurd. Niemals, hat das auch nur im Ansatz was mit Realismus zu tun. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es auch nur ansatzweise so ablaufen könnte. Und das ist es doch was eigentlich den Reiz bei Josephine ausmacht, oder? Realistische Geschichten total überspitzt mit bissigen Charakterisierungen, aber eben immer noch so möglich, oder nicht? Zumindest für mich war das so. Aber im Buch geht es leider ins Absurde über. Nicht bei den einzelnen Geschichten, aber bei allem was die Schwangerschaft betrifft. Es bleibt also nette Unterhaltung, die am Ende ein wenig nachlässt. Im August erscheint der Nachfolger. Ob ich ihn lesen werde? Ich weiß es nicht.

Bewertung:  2013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.46 

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Lieber den Blog lesen. Also von vorne. Aktuell kommt ja nicht mehr so viel.

 

 

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