Autor: Jutta Profijt2014-05-27 20.32.32
Titel: Kühlfach 4
Reihe: Pascha – #1
Genre: Krimi
Seitenzahl: 254 Seiten
Lesegeschwindigkeit: 2,5 Tage.

Das Buch ist bei dtv erschienen und kann hier erworben werden.

Cover: Rein auf sich selbst bezogen gefällt mir das Cover sehr gut. Die Farben passen zueinander, Kühlfach 4 und das Bild sind mit Glanzbeschichtung hervorgehoben . Und weil ihr das in den nächsten Wochen sowieso garantiert sehen könnt nehme ich es direkt mal vorweg. Das Cover zieht sich in der Art durch die ganze Serie. Kühlfach ist immer rot. Der „Nebentitel“ in dem Fall die 4 ist immer in dem weiß-blau und es gibt immer verschiedene Röntgenbilder auf dem Cover. Letztere verstehe ich allerdings nicht. Wie gesagt, mir gefällt das Cover an sich. Da Pascha aber niemals als Röntgenbild dargestellt werden kann, ergibt das rein vom Inhalt her sehr wenig Sinn. 

Der Klappentext:
Halt die Klappe, du bist tot!

„Wer bist du?“, fragte er flüsternd. „Ich bin Pascha, der Kerl aus dem Kühlfach vier.“ „Aber du bist tot, du kannst nicht mit mir sprechen, wandte er ein. „Hast du noch nie was von Nahtod gehört? Die Seele verlässt den Körper und macht sich dann irgendwann auf den Weg durch den Tunnel. Aber hier ist kein Tunnel, ich weiß nicht wo ich hin soll.“

Erster Eindruck nach 2 Kapiteln:
So ein ganz frischer Eindruck ist es ja nun nicht gewesen. Ich kenne Pascha bereits, habe die ersten vier Bücher bereits einmal gelesen, aber nun noch mal angefangen, weil ich gescheit drüber schreiben wollte, mein Hirn ein Sieb ist und Band 5 gerade frisch bei mir eingetroffen ist. 😉

Das Buch beginnt mit einem kurzen Prolog der uns mitteilt, wieso wir das hier überhaupt lesen sollen und welchen Zeitraum – nämlich 2 Wochen – die Geschichte umfasst. Und bereits hier wird klar, dass Pascha eine durchaus derbe Sprache verwendet die – das sage ich gleich – vermutlich nicht jedem gefallen wird. Ich liebe ihn bereits wieder von Seite 1 an. Und achte beim zweiten Lesen mehr auf zitierbares als früher. Vielleicht liegt das aber auch einfach an dem Blog. 😉

Keine unsympathischen Charaktere bis hier her, die Story geht flott voran, ich konnte keine Pause beim Lesen machen und hab mir nur mit einem Marker markiert, wo ich hätte aufhören müssen. Ich bin genauso begeistert wie beim ersten Lesen!

Inhalt:
Pascha stirbt nachdem er ein paar Tage zuvor ein Auto mit unerwünschter Zugabe geklaut hat. Er merkt es erst nicht so wirklich und findet dann nicht mal den Tunnel. Noch dazu ist er geschubst worden und nicht so wie die Polizei annimmt, einfach gänzlich betrunken gestürzt und verunglückt. Bei seiner eigenen Obduktion fängt er an zu schreien und der Rechtsmediziner zuckt zusammen. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft und der Start für die Ermittlung in seinem eigenen Todesfall. 

Zitat:

„“Hey, nimm deine Wichsgriffel von meinem Sack“, brüllte ich in höchster Not, und Martin fuhr herum, wobei er so stark zusammenzuckte, dass ich dachte, er schlitzt gleich seinen Kollegen auf. Das war der Moment, in dem ich feststellte, dass er mich hören kann.“ (S. 23)

„Ich kann der Polizei nicht sagen, dass das Mordopfer mir erzählt hat, es sei umgebracht worden.“ (S. 42)

„Der Weißkittel, der Martin in der Teeküche bei seinem lauthals mit sich selbst ausgetragenen Streitgespräch überrascht hatte, betrachtete ihn noch einmal skeptisch, konnte aber offenbar keine Anzeichen von Geistes-Gestörtheit mehr erkennen. (Haben Sie den kleinen Wortwitz bemerkt? Klasse, oder?)“  (S. 43)

„Das Wort haute mich um. Beerdigung. Man würde mir meinen Körper wegnehmen. Mein Kühlfach. Mein Heim. Meine letzte bekannte Adresse: Rechtsmedizinisches Institut, Kühlfach vier. Ich wurde obdachlos.“ (S. 116)

Fazit:
Verliebt wie am ersten Tag. Müsste ich jetzt einen Fehler an diesem Buch finden… so würde mir nur einer einfallen und der würde spoilern und das wollen wir ja nicht. Es ist auch kein allzu großer Fehler. Ihr müsst einfach nur „Im Kühlfach nebenan“ auch direkt zu Hause haben. Dann ist alles gut. 😉

Ich persönlich liebe Pascha wie gesagt. Ich mag seine derbe Ausdrucksweise und auch seine Entwicklung. Überhaupt finde ich hier keinen Charakter irgendwie unsympathisch, habe keine wirklichen Logikfehler entdeckt und bin von dem ein oder anderen (Flach)Witz durchaus begeistert. Gerade die ersten 50 Seiten hätte ich quasi durchgehend zitieren können. Auch gefällt es mir wie medizinische Begriffe einfach in der Geschichte eingeflochten erklärt werden. Das Buch hat keine plötzliche, überraschende, nicht nachvollziehbare Wendung. Es ist einfach durchweg stimmig. Weshalb das Fazit hier sehr kurz ausfällt. Also für meine Verhältnisse. 😉

Und ich würde es sicher jedem empfehlen. Sofort. Allerdings gibt es da ein großes Problem. Man muss Pascha mögen. Da er nun mal seine eigene Geschichte erzählt und das nicht immer politisch korrekt und durchaus auch schon mal latent sexistisch, kann es durchaus sein, dass man einfach so gar nicht mit ihm warm wird. Und dann bringt das Buch auch nix. Das kann man sich in dem Fall mit nichts anderem ausgleichen, so wie man in manch anderem Buch vielleicht die Handlung toll findet, selbst wenn der Hauptcharakter nicht so der Bringer ist. Oder umgekehrt. Pascha ist so überaus präsent, den blendet man nicht aus.  Man liebt ihn oder hasst ihn. Das sollte man vermutlich vorher durch die Leseprobe mal überprüfen. Die ersten 20 Seiten können auf der oben verlinkten Verlagsseite gelesen werden.

Ich komme hier ohne Zweifel auf die vollen 5 Sterne. 🙂

Bewertung:  2013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.46

Kaufen: √
Leihen:
Ignorieren:

Unter oben erwähnter Einschränkung: Ja. Definitiv. Ich habe die ersten vier Bände meiner Mama geschenkt und sie war begeistert. Eine Generationenfrage ist es also schon mal nicht. 😉

 

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