Autor: Sabine Durrant2014-03-09 14.51.01
Titel: Ich bin unschuldig
Reihe: /
Genre: Thriller

Seitenzahl: 349 Seiten
Lesegeschwindigkeit: Zügig

Das Buch ist bei Pendo erschienen und kann hier erworben werden.

Cover: Das Cover gefällt mir sehr gut. Auch wenn das Foto jetzt durch Schatten durchaus etwas verfälscht ist. 😉 Es ist hauptsächlich weiß. Lediglich um das Kreuz herum gibt es ein paar leichte Schatten. Das Kreuz selbst ist hervorgehoben und das liebe ich ja wirklich sehr. Das ganze Buch wirkt so unglaublich schlicht, aber durch die kleinen Details eben doch aufregend. Und das wichtigste: Es fühlt sich einfach gut an. 😉

Der Klappentext:
Wer unschuldig ist, hat nichts zu fürchten. Sagt man…

Letzte Woche habe ich eine tote Frau gefunden. Vor einer Stunde wurde ich wegen Mordes verhaftet. Wem kann ich trauen? Wem kann ich glauben? Wie kann ich ihnen beweisen, dass ich unschuldig bin?

Erster Eindruck nach 50 Seiten:
Der Schreibstil ist schön unaufgeregt, die Sätze nicht allzu verschachtelt. Es sind mir mal wieder ein wenig zu viele Beschreibungen der Gegend. Bei mir läuft mehr über das Gefühl als über die Umgebung. Häufig überspringe ich das.

Gaby ist mir sympathisch. Sie hat schnelle Gedankengänge, die andere möglicherweise als unangebracht ansehen würden, mir aber sehr bekannt vorkommen. Manche Gehirne funktionieren so, aber ich schätze genau das wird ihr noch zum Verhängnis, weil „man“ es so nicht kennt und nicht so nachvollziehen kann.
Sämtliche andere Personen sind bisher eher unsympathisch. Lediglich ihre beste Freundin, die sehr kurz erwähnt wird, scheint positive Anteile zu haben.
Schon jetzt scheint sich abzuzeichnen, dass es nicht gut für sie laufen wird. Überhaupt nicht gut. Aber ich bin gespannt.

Inhalt:
Gaby findet morgens beim Joggen eine tote, junge Frau. Sie ruft die Polizei und glaubt alles richtig zu machen. Doch ein paar Tage später wird sie selbst unter Mordverdacht verhaftet und ihr bisheriges Leben stürzt langsam in sich zusammen. Gemeinsam mit einem Journalisten versucht sie den Fall selbst aufzudecken, um ihre Unschuld zu beweisen.
Im Ernst. Ich kann dazu nicht mehr sagen ohne zu spoilern. 😉

Zitat:

„Ich weiß schon, dass das Vormittagsprogramm im Fernsehen mit Langzeitarbeitslosen und unheilbar Depressiven assoziiert wird, dass es beim Bügeln nur geringfügig besser ist als die Stille.“ (S. 23)

„Eine Freundschaft kann sich so unmerklich verändern, dass man es manchmal gar nicht mitkriegt, bis solche Augenblicke kommen und sie neu definieren.“ (S. 83)

„Mehrere SMS und verpasste Anrufe von Jack die ich weder lese noch beantworte. Meine Voicemail füllt sich und läuft über. Alles wird flüssig.“ (S. 328)

Fazit:
WOW! Echt jetzt. Ich bin ein Mensch der meistens irgendwo in der Mitte des Buches weiß was passieren wird. Jetzt vielleicht nicht detailgetreu. Aber doch relativ genau. Meistens weiß ich in welche Richtung sich etwas entwickelt. Nicht immer den Weg, aber das Ergebnis. Das ist auch völlig okay so, wenn der Weg spannend beschrieben ist. Dann kommt da im Endeffekt ein gutes Buch bei raus, ich wurde unterhalten und alles ist gut. Aber die richtig, richtig, richtig guten Krimis und Thriller, die überraschen mich. Bei denen hab ich zwar eine gewisse Ahnung und Vermutungen – die ja auch sicher alle so gewollt sind – aber am Ende stehe ich da, mir fällt die Kinnlade runter und ich denke mir WTF?

„Ich bin unschuldig“ ist ein solcher Thriller. Als sich auf den letzten 20 Seiten (nein, wirklich nicht früher) abzeichnet worauf es hinaus laufen soll, bin ich völlig entgeistert. So hätte ich das niemals erwartet! Und deswegen ist es unfassbar gut!

Da verzeiht man dann auch die ein oder andere Ungereimtheit der Polizeiarbeit die ich einfach nicht verstehe. Da weisen Hinweise auf ein ganzes Haus hin, aber es wird nur der Teil von ihrem Kleiderschrank durchwühlt. Der vom Mann nicht. Im Ernst? Wenn sie unter Verdacht steht könnte sie doch genauso gut auch ihre Sachen bei ihm in den Schrank stopfen?
Da verzeiht man auch wenn man manchmal jemanden schütteln will, oder etwas wirklich nicht so ganz logisch ist.

Es mag paradox klingen, aber ein klein wenig kommt mir das auch zu unvermittelt. Der Bruch vor der letzten Wendung erscheint mir ein wenig hart und ich musste das Buch gerade noch mal aufschlagen um mir anzuschauen wo genau er statt gefunden hat. Drüber nachdenken wie das zum ganzen Buch passt. Und ja, die Lösung ist super. Wirklich gut, aber sie fühlt sich für mich nicht ganz rund an. Und ich kann es nicht erklären. Auch würde ich dieses Buch vermutlich nicht noch mal lesen, weil es beim 2. Lesen nicht mehr so einschlagen wird. Deswegen ein Stern weniger. Zu einer großen Liebe gehört eben auch, dass man sie häufiger sehen will. 😉 Aber es war wirklich, wirklich gut!

Bewertung:  2013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.46

Kaufen: √
Leihen:
Ignorieren:

Auch wenn ich es nicht noch mal lesen wollen würde. Es ist ein schönes Buch. Also rein optisch. Es macht sich im Regal sehr, sehr gut. 😉 Und davon ab ist es ja auch wirklich gut und vielleicht könnte jemand anderes es sogar noch mal lesen, mir würde jetzt der Reiz fehlen. Also ja, wenn ihr könnt, solltet ihr es  kaufen.
Ich freu mich jedenfalls drüber, dass ich es gewonnen habe. 😀

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