Autor: Henning Mankell2014-03-20 21.53.03
Titel: Mörder ohne Gesicht
Reihe: Kurt Wallander 2
Genre: Krimi
Seitenzahl: 333 Seiten
Lesegeschwindigkeit: Ein wenig zäh.

Das Buch ist bei dtv erschienen und kann hier erworben werden.

Cover: 2 Pferde. Ja… nun? Ich finde die Cover wie gesagt alle nicht schön. Es werden am Anfang 2 Pferde erwähnt. Es kommen auch noch mal welche drin vor. Aber so nebenher und unwichtig. Quasi. Generell finde ich passen die Bilder selten. Aber vllt. bin ich auch einfach zu sehr Kunstbanause um das zu verstehen? 😉 Ich freue mich an dieser Stelle, dass ich es für die Olympia-Challenge nutzen kann 😀

Der Klappentext:
„Kurt Wallander stieß die Tür mit dem Fuß auf. Es war schlimmer, als er es sich vorgestellt hatte. Viel schlimmer. Später würde er sagen, dass es das Schlimmste war, was er je gesehen hatte. Und er hatte weiß Gott schon eine Menge gesehen.“

Ein altes Bauernpaar ist auf seinem Hof in der Nähe von Ystad ermordet worden. Nicht nur das Motiv der Tat liegt völlig im dunkeln, vor allem deren furchtbare Brutalität irritiert die ermittelnden Polizisten um Kurt Wallander. Und dann hatte die alte Bäuerin, kurz bevor sie im Krankenhaus starb, den Beamten einen letzten, seltsamen Hinweis gegeben…

Erster Eindruck nach 50 Seiten:
Nach genau 50 Seiten haben wir genau das erzählt was im Klappentext steht. Nicht mehr. Nicht weniger. Das finde ich persönlich immer sehr mühsam. Mehr als 1/7 Buch für die paar Sätze. Da lobe ich mir doch die Bücher die auf Seite 1 direkt mitten in der Story sind, oder es zumindest relativ zügig sind. Anderseits zeichnen sich die Wallander-Romane ja selten durch ihre rasante Geschwindigkeit aus. Faszinierend ist: Ich erinnere mich an die Tat. Aber ich weiß nicht mehr wer es war. Dabei hab ich das Buch sicher mehr als einmal gelesen.

Inhalt:
Ein altes Bauernpaar wird ermordet. Ziemlich blutig und brutal. Eine Brutalität die für dieses Umfeld in der Weise nicht üblich ist. Eine überaus erschreckende Brutalität. Die letzten Worte der Bäuerin verkomplizieren die Ermittlungen. Plötzlich steht Selbstjustiz im Raum und die Ermittlungen beschränken sich nicht mehr nur auf den Doppelmord.

In einem Nebenstrang bedauert Wallander sich ausgiebig selbst, verliebt sich quasi spontan, betrinkt sich regelmäßig und tut alles um nicht sonderlich sympathisch zu wirken. (Sorry, ich bin wirklich genervt. Meine Neutralität ist auf den 333 Seiten in Whisky ertränkt worden.)

Die Ermittlungen ziehen sich lange hin. Als der Fall kurz davor steht eingestellt zu werden kommt es zu einer überraschenden Wende. 

Zitat:

„Kurt Wallander. Der pathetische Polizist mit seinem bedauernswerten Familienleben.“ (S. 166)

Und es kommt auf Seite 156 ein „Hotel Svea“ drin vor. *kicher*

Fazit:
Ich stehe vor einem überraschenden Problem mit dem ich nicht gerechnet hätte. Ohne mit der Wimper zu zucken hätte ich zu jedem Zeitpunkt auf die Frage nach einer meiner Lieblingsreihen mit „Kurt Wallander“ von Mankell geantwortet. Doch jetzt war ich von Wallander selbst so unfassbar genervt, dass ich mich auf jeder zweiten Seite aufgeregt habe. Mich nervt sein nicht existentes Familienleben. Mich nervt die Beschreibung von ihm als dicker, sich selbst bemitleidender, geschiedener Polizist. Mich nervt es wie er sich in bescheuerte Situationen befördert und wie er die überaus ungeschickt mit viel zu viel Glück irgendwie dann doch überlebt. Im Ernst.
Auch die Story haut mich jetzt nicht mehr so um. Klar, es ist spannend. Auch bis zum Schluss, weil es durchaus überraschende Wendungen gibt und da ich ja eh immer alles vergesse wusste ich auch wie gesagt wirklich nicht mehr was passiert ist. Wie immer war es ein politisches Thema das so als Metaebene über allem schwebte und das verleiht dem ganzen natürlich eine gewisse Realität. Es war gut. Ich habe mich jetzt nicht durch gequält aber ich bin dennoch irgendwie… ernüchtert. Und ich weiß nicht ob das an Wallander selbst liegt oder an der Story. Ich werde auch auf jeden Fall weiter lesen. Das steht gar nicht zur Debatte. Immerhin habe ich alle Bücher hier und die letzten kenne ich nicht mal. Aber dieser fade Beigeschmack wird dem ganzen keine 5 Punkte Bewertung bescheren. Wie ich es eigentlich von Anfang an erwartet hätte. Nicht mal 4.
(Jetzt wo ich die Rezension noch mal auf Fehler gelesen habe fällt mir übrigens noch mal der Klappentext auf. „Später wird er sagen, dass…“ Ich glaube genau diesen Satz verwendet er häufiger. Irgendwas klingelt da jedenfalls. ^^)

Bewertung:  2013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.46

Kaufen:
Leihen: 
Ignorieren:

Ich hätte bisher immer gesagt: Kaufen, kaufen, kaufen. Aber jetzt? Leihen reicht vermutlich. Wenn man warm damit wird kann man es ja immer noch nachholen.

 

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