Autor: Nancy Grossman2014-02-28 10.44.55
Titel: Draußen wartet die Welt
Reihe: /
Genre: Jugendbuch
Seitenzahl: 448 Seiten
Lesegeschwindigkeit: Sehr zügig.

Das Buch ist bei CBJ erschienen und kann hier erworben werden.

Cover: Ein wunderbares Cover. Nicht nur, dass es einfach auch sehr hübsch ist. Nein, es passt auch perfekt zum Thema. Ein Glas (Amisch-Welt) mit Schmetterlingen (Amische) und ein einziger fliegender Schmetterling (Eliza). Wunderbar. Wirklich wunderbar. Ich schaue es jedenfalls sehr gerne an. 🙂 Am Buchrücken ist genau dieser eine Schmetterling noch mal abgebildet. ❤

Der Klappentext:
Kein Handy, kein Kino, kein Make-up…

Was für jedes andere Mädchen unvorstellbar klingt, ist für die 16jährige Eliza die einzige Welt, die sie kennt. Denn Eliza gehört zur Gemeinde der Amisch und lebt mit ihrer Familie ein frommes, abgeschiedenes Leben wie vor Hunderten von Jahren. Doch diesen einen sommer darf sie in der Welt draußen verbringen, mit all den Verheißungen und Versuchungen, die diese birgt. Der erste Film, der erste Song, der erste Kuss. Dort lernt Eliza auch Joshua kennen – und lieben.

Erster Eindruck nach 50 Seiten:
Eliza ist mir von Beginn an sympathisch. Ihren Wunsch nach Freiheit kann ich sehr gut nachvollziehen. Ihre Mutter ist einfach nur unsympathisch. Ich bin erschrocken wie inkonsequent „Rumspringa“ (in diesem Buch) zu sein scheint. Meinen bisherigen Informationen zu Folge ist das etwas was jeder Jugendliche ab 16 machen darf. Auch von einem Jahr war meiner Meinung nach die Rede. Doch in dem Buch muss Eliza drum kämpfen und von einem Jahr ist erst mal gar nicht die Rede. Das hat mich in sofern schockiert, weil ich die Lebensweise an sich sehr interessant finde. Und gerade weil sie sich selbst dafür entscheiden dürfen, finde ich diese Glaubensgemeinschaft auch nicht verwerflich oder bedenklich. In dem Buch erscheint es mir an dieser Stelle aber sehr viel härter als gedacht.

Inhalt:
Eliza wächst als amisches Mädchen auf, doch in ihr tobt der Wunsch nach Freiheit. So versucht sie ihr Rumspringa, die Zeit in der amische Jugendliche einmal ein wenig Luft von draußen schnuppern dürfen, durchzusetzen und mal ein wenig normale Welt zu schnuppern. Ihr ist klar, dass sie am Ende eine Entscheidung treffen muss.

Zitat:
Scheinbar habe ich mir keins notiert. Und jetzt drin zu blättern und krampfhaft eins zu suchen kann es ja auch nicht sein. 😉

Fazit:
So ein schöner Titel! Das mal vorweg. 😀
Der Schreibstil ist angenehm und sehr gut lesbar. Es ist spannend geschrieben und ich wollte unbedingt sofort weiter lesen. Ich weiß es jetzt nicht mehr genau, aber es werden nicht viele Tage gewesen sein. Vielleicht 2 oder 3. 

Richtig begeistert bin ich von den kurzen Kapiteln. Man hört zwar trotzdem nicht auf, aber man hat die Möglichkeit. Lange Kapitel ermüden mich schnell und nerven mich meistens sehr. Deswegen erfreut mich das hier richtig. 🙂

Als es um Elizas „Rumspringa“ geht bin ich – wie oben erwähnt – erschrocken. Ich dachte es wäre „normal“, dass die Jugendlichen raus in die Welt dürfen. Nicht, dass es so sehr im Ermessen der Eltern liegt. In meinen Augen widerspricht das dann doch der Regelung „Schau dir die Welt an und entscheide dann.“ 

Im Endeffekt hat sie dann ihr Rumspringa. Sonst wäre das Buch ja auch fix vorbei und deswegen darf man das hier auch erwähnen ohne dass es ein Spoiler ist 😀

Sie macht ihre Erfahrungen und bis auf eine Ausnahme gegen Ende auch alles im für mich nachvollziehbaren Rahmen. Sie lernt die wichtigen Dinge kennen. Musik, Kino, Ausgehen, Make-Up. Sie lernt unterschiedliche Menschen kennen. Gute, nicht ganz so gute. Ehrliche, verlogene. SO wie die Welt halt nun mal ist. Und sie macht nicht nur Bekanntschaft mit ihrer möglichen Zukunft sondern auch mit ihrer Vergangenheit.

Ich habe von Anfang an mit Eliza mitgefiebert und hatte die ganze Zeit Angst, dass sie sich falsch entscheidet. Ich fühle mich ihr nahe, wie sie so viele erste Male ausprobiert und wie unerschrocken sie dabei ist beeindruckt mich sehr.

Die Vergleiche zwischen der amischen Welt und der „englischen Welt“, so wird das „draußen“ unter den Amischen genannt, sind unaufdringlich und angenehm dargestellt. Man bekommt einen Einblick in diese Welt – und sofern diese auch wirklich gut recherchiert ist – ist es keine unangenehme Welt. Was mir persönlich zu kurz bzw. an falscher Stelle kommt: Die Möglichkeiten die ein amisches Mädchen hat, wenn sie in ihrer Welt bleibt. Was kann sei werden abgesehen von Mutter? Meiner Meinung nach am falschen Zeitpunkt angebracht. Und nicht detailliert genug. Denn es wäre interessant gewesen.

Ich habe es vor „Serienunikat“ gelesen. Aber jetzt so im Vergleich ist es im Grunde genommen recht ähnlich aufgebaut. Eliza möchte flügge werden. Weit weg von ihrem eigenen Dorf. Die Mutter ist dagegen. Eliza macht ihre Erfahrungen, das Buch ist wunderbar und dann? Ja, dann kommt das Ende.

Mir gefällt es nicht. Das hat nicht unbedingt etwas mit ihrer Entscheidung zu tun, sondern mit dem letzten Ereignis welches meiner Meinung nach dazu führt. Wäre das nicht passiert, wäre in meinen Augen die Entscheidung anders ausgefallen. Und deswegen erscheint es mir ein wenig konstruiert. Ich hätte mir eine Entscheidung ohne vorangehende Katastrophe gewünscht. Im Ernst! Das Buch wäre auch so schön gewesen, ohne diese Spannungsentladung am Ende. Und eine Entscheidung wäre authentischer gewesen. In meinen Augen.

Mir wird jetzt bewusst wie abhängig so eine Bewertung auch von den anderen Büchern ist die man so liest. Ich hatte hier 4 Sterne geplant. Dann hab ich Serienunikat mit 3,5 bewertet. Dabei ist Serienunikat sprachlich so viel berauschender und das Ende macht mich bei beiden nicht glücklich. Aber… ich denke ich werde bei 4 bleiben. Denn hier war ich nur die letzten paar Seiten genervt. Bei Serienunikat war es ein ganzer Abschnitt.

Bewertung:  2013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.46

Kaufen: √
Leihen:
Ignorieren:

Es ist ein schönes Buch. Mit einer spannenden Thematik. Das Ende ist vermutlich Geschmackssache und deswegen würde ich es wohl auch einfach mal zum Lesen empfehlen. 🙂

Ich bedanke mich an dieser Stelle ein weiteres Mal bei wasliestdu.de, bei denen ich das Buch im Rahmen einer Leserunde gewonnen habe. 

 

Advertisements