Autor: Henning Mankell2014-01-03 23.28.52
Titel: Wallanders erster Fall
Reihe: Kurt Wallander 1 bzw. 9
Genre: Krimi
Seitenzahl: 426 Seiten
Lesegeschwindigkeit: Schwankend.

Das Buch ist bei dtv erschienen und kann hier erworben werden.

Cover: So sehr ich die Bücher liebe, um so weniger mag ich die Cover. Würde ich nicht wissen was mich erwartet, würden mich alle Cover dieser Reihe abschrecken. Vor allem fehlt mir auch der Bezug zur Geschichte. Aber weil ich halt irgendwann mal mit diesem Format angefangen habe, muss es nun dabei bleiben. 😉

Der Klappentext:
„Am Anfang war alles nur ein nebel. Ein dickflüssiges Meer, in dem alles weiß und still war. Eine Landschaft des Todes. Das war auch das erste, was Kurt Wallander dachte, als er langsam wieder zur Oberfläche aufstieg. Dass er schon tot war. Er war nur einundzwanzig Jahre alt geworden. Ein junger Polizist, kaum erwachsen. Ein fremder Mann mit einem Messer war auf ihn zugestürzt, und er hatte keine Chance gehabt sich zur Seite zu werfen. Dann war nur der weiße Nebel dagewesen. Und das Schweigen.“

Erster Eindruck nach 50 Seiten:
Kurzgeschichten sind nicht meins. Da ich aber fast alle anderen Bücher der Reihe gelesen habe bzw. es noch vor habe (und deswegen wieder von vorne anfange), war dieses Buch natürlich ein Muss. Auf Seite 50 ist der Fall des jungen Wallander noch nicht in Fahrt gekommen. Wer aber überaus dauerhaft präsent ist, ist Mona. Seine zukünftige Ex-Frau. (Was man natürlich weiß, wenn man die anderen Bücher bereits kennt und was deswegen auch kein Spoiler ist.. finde ich.) Mona nervt bereits jetzt massiv. Genauso wie sein Vater. Es ist merkwürdig die Vorgeschichte zu lesen, zu wissen wie ätzend die noch sein werden und nichts tun zu können. Ich würde ja gerne die ganze Zeit schreien „Tu es nicht! Heirate sie nicht!“ Nun ja. 😉

Ursprünglich dachte ich, dass ich das Buch kennen würde. Auf Seite 50 kann ich allerdings glasklar sagen: Nein. Ist nicht so. 

Inhalt:
Das Buch beinhaltet 5 Geschichten, wobei es sich bei den ersten 4 definitiv um Kurzgeschichten handelt, während die letzte „Die Pyramide“ eindeutig als Roman durchgeht. Zeitlich gesehen spielen diese zwischen dem Sommer 1969 (der erste Fall) und Januar 1990. Das Ende ist der Anfang vom ersten „richtigen“ Roman „Mörder ohne Gesicht.“ In den meisten Lesereihenfolgen wird dieses Buch hier als das 9. geführt. Ich als Monk würde es aber tatsächlich jederzeit wieder als erstes lesen wollen. Und hätte mir auch generell gewünscht, dass es einfach vorher schon erschienen ist. 😉

Die ersten 3 Geschichten sind so kurz, dass man schlecht etwas darüber sagen kann ohne sie direkt schon halb zu erzählen. Es sterben Menschen. Aber das dürfte nicht überraschend sein, oder? 😉 Sie sind auch noch nicht typisch aufgebaut. Sie beginnen nicht mit der eigentlichen Tat, sondern mit Wallander selbst. Die Fälle reichen von einem toten Nachbarn, über einen Tankstellenraub bis hin zu einem toten Mann im Taxi.

Über Geschichte 4 (Der Tod des Fotografen) und 5 (Die Pyramide) könnte man da schon mehr sagen. Sie beginnen im üblichen Stil bei der eigentlichen Tat und stellen direkt die Opfer vor. Ein Fotograf wird in seinem eigenen Studio erschlagen. Mitten in der Nacht. Die Putzfrau findet ihn und eigentlich kannte ihn so niemand. Nicht mal die eigene Ehefrau.

Ein Flugzeug stürzt ab, früh am Morgen. Die Insassen zerreißt es in Stücke. Aber was war das überhaupt für ein Flugzeug? So früh am Morgen. Im dunkeln. Und wieso brennt der Handarbeitsladen? Es bleibt in diesem Fall nicht bei den toten Piloten. 

Zitat:
„Die Herstellerfirma ist natürlich sehr an dem Fall interessiert. Es ist nicht gut für ihren Ruf, wenn ein Flugzeug, das es nicht mehr gibt, plötzlich wieder fliegt.“ (S. 338)

Fazit:
Die Geschichte „Wallanders erster Fall“ hat mich in erster Linie genervt. Was einfach an der zukünftigen Ex-Frau lag, die in dieser Geschichte eine sehr zentrale Rolle spielt. Wirklich interessant fand ich die Story auch nicht, lediglich der Bezug zur aktuellen Zeit war sehr spannend. Eine der Nebenhandlungen beschäftigt sich mit Demonstrationen in Schweden, die durch Polizeigewalt zerschlagen werden. Obwohl die Geschichte 1969 spielt und 1999 bzw. 2002 veröffentlicht wurde ist es so unglaublich aktuell…

Auch die zweite Geschichte „Der Mann mit der Maske“ reizt mich so gar nicht. Ich verstehe sie nicht wirklich, sie berührt mich absolut nicht und ich frage mich „Wofür ist sie jetzt da?“ Und die Frau nervt immer noch, in dem sie ganz empfindliche Nerven trifft, die ich in Beziehungsgeschichten immer sehr zum brechen finde…

Ab der dritten Geschichte wird es für mich dann spannend. Bis hierher war es auch ein eher zähes Leseerlebnis, weshalb oben „schwankend“ steht. Dann ging es aber recht zügig. „Der Mann am Strand“ kam mir auch gleich bekannt vor. Mittendrin fiel mir auf, dass ich die Geschichte bereits als Hörspiel gehört hatte.

„Der Tod des Fotografen“ folgt dann auch endlich dem mir bekannten Aufbau. Und die Frau ist auch endlich Geschichte. 😉 Diese und „Die Pyramide“ mochte ich dann auch sehr gerne. Wobei ich letztere wohl auch schon mal gehört habe. Zumindest kamen mir einzelne Passagen bekannt vor.
Die kleinen Kritikpunkte („Wieso geht Wallander immer! alleine! in die Täterwohnungen?“ , „Wieso bekommt er da nie! Ärger für?“…) die gehen relativ unter, weil ich die Geschichten halt liebe. Wobei ich das jetzt nicht mal an irgendwas festmachen könnte. Aber es sind Kurzgeschichten. Die mag ich ja nicht so, die ersten beiden Geschichten waren zäh und deswegen wären 5 Sterne einfach irgendwie übertrieben.

Bewertung:  2013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.46

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Ignorieren:

Wo genau ich jetzt dieses Buch herhabe weiß ich gar nicht mehr. Aber da ich alle anderen besitze, war es keine Frage dieses Buch auch haben zu müssen. 🙂

Himmel.. was für nen Roman.

Und… *jubel*! Das erste Buch für die Challenges 😀

 

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