2013-12-20 14.34.34Autor: Mary Janice Davidson
Titel: Weibleich, ledig, untot
Reihe: Undead / Betsy Taylor – Band 1
Genre: Fantasy
Seitenzahl: 314 Seiten
Lesegeschwindigkeit: Zügig angefangen, dann Pause, dann verschlungen.

Das Buch (in dieser Fassung) ist bei Weltbild erschienen und kann hier (in einem anderen Design) erworben werden. 

Cover: Ich bin kein Fan von Hardcover. Und wenn schon Hardcover, dann doch bitte hübsch. 😉 Das einzig lustige, amüsante, nette sind die Fledermäuse im Hintergrund. Ansonsten hätte ich lieber die Taschenbuch-Version. Aber ich habs halt geschenkt bekommen, da beschwere ich mich nicht so ganz. 😉

Der Klappentext:
„Erst verliert Betsy Taylor ihren Job, dann kommt sie bei einem Autounfall ums Leben – und stellt schließlich fest, dass sie gar nicht wirklich tot ist! Zudem wird sie neuerdings von einem Heißhunger auf Blut geplagt. Ihre neuen Freunde halten sie für die lange prophezeite Königin der Vampire. Betsy ist da zwar anderer Meinung, doch den verlockenden Argumenten des Vampirs Sinclair kann sie kaum widerstehen.“

Erster Eindruck nach 50 Seiten:
(So als Rezensions-Neuling (und mit meinem Siebhirn) sollte ich dringend anfangen mir Notizen zu machen. Gerade wenn ich ein Buch mal länger aus der Hand lege. Im Moment muss ich tatsächlich immer noch mal querlesen… ;))
Nach den ersten 50 Seiten war ich auf jeden Fall amüsiert und überrascht. Betsy versucht sich mehrfach erfolglos umzubringen – nachdem sie schon tot ist – bemerkt relativ spät, dass sie wohl ein Vampir sein muss und marschiert nach etwas Schlaf erst mal zu ihrem Vater um sich bei dessen neuer Frau über die schrecklichen Klamotten zu beschweren. Sehr erfrischend!

Inhalt:
An einem Tag gefeuert und auch noch verstorben. Schlimmer kann es fast nicht kommen, oder? Von wegen. Man könnte ja auch wieder aufwachen. Und feststellen, dass das mit dem Sterben nicht ganz geklappt hat. Nachdem sie dann ausgiebig versucht hat sich umzubringen – erfolglos – rennt sie erst mal zu ihrem Vater und seiner Frau. Von Heimlichtuerei hält sie nämlich nicht viel. Abgesehen davon sind die Klamotten die ihre Stiefmutter ihr für die Beerdigung ausgesucht hat unter ihrer Würde und nicht mal die eigenen. Die eigenen hat sich nämlich die Stiefmutter selbst unter den Nagel gerissen. Bei der Gelegenheit trifft Betsy auch direkt auf ihre beste Freundin, die sie genauso akzeptiert wie sie ist. Am liebsten würde sie ja sowieso einfach ihr Leben dort fortsetzen wo sie aufgehört hat. Von der Kündigung vielleicht abgesehen.

Im Laufe des Buches lernt sie andere Vampire kennen. Sympathische (Sinclair), (sympathische und) lesbische (Tina) und nicht ganz so sympathische (Nostro). Aber auch die netten findet sie erst mal ziemlich nervig. Und diese ganzen Vampir-Klischees findet sie einfach nur komisch. Am liebsten hätte sie mit all dem Mist nichts zu tun. Betsy weiß ja nicht mal was sie jetzt alles kann. Und nicht kann. Alles viel zu anstrengend. Blöd nur, dass ein Teil der Vampire sie für ihre neue Königin halten und sie plötzlich mitten in einem Krieg zwischen zwei Fronten steckt. Wirklich blöd. 

Zitat:
„Im Film tauchen Vampire immer unter und bleiben für ihre Freunde und Familien tot.“ – „Nun, erstens ist dies kein Film, und zweitens werde ich meine Freunde und meine Familie nicht in dem Glauben lassen, ich wäre tot. Ich muss doch kein Geheimnis daraus machen und für den Rest meines Lebens nachts umherschleichen wie irgendein blutarmer Irrer. Erspar mir das!“ (Seite 64)

Fazit:
Man sollte sicherlich nicht allzu viel erwarten, wenn man dieses Buch liest. Zumindest nichts ernsthaftes. Das Buch ist von der ersten Seite an – in erster Linie – lustig. Betsy wurde mit einem Humor versorgt der mir persönlich sehr zusagt. Auch alle anderen Charaktere – also die, die man nett finden soll – sind höchst sympathisch und wirklich genervt bin ich da von niemandem. 

Das Buch bedient alle gängigen Vampir-Klischees (Kirche, Weihrauch, Treffen in einem Mausoleum…). Das tut der Story in meinen Augen aber keinen Abbruch. Nicht im geringsten. Es ist zwar alles überaus seicht gehalten und gerade die Protagonistin ist an Oberflächlichkeit kaum zu überbieten, aber es ist dabei so erfrischend, dass man es eigentlich in einem Rutsch durchlesen kann und auch möchte. Theoretisch. Denn irgendwie hat es mich am Anfang nicht genug gefesselt um auch wirklich am Stück gelesen zu werden. Im Gegenteil. Ich hab es einen Monat liegen lassen. Warum kann ich jetzt gerade aber nicht mal mehr sagen. Vielleicht war ich ein wenig von dem Schuh-Tick genervt, denn damit kann ich nun wirklich nichts anfangen. 😉

Von der plötzlich auftretenden Erotik war ich dann ziemlich überrascht. Nicht, weil ich sowas nicht lesen möchte ^^, sondern weil ich in der Deutlichkeit und „Intensität“ nicht damit gerechnet hätte. In einem Vampirroman geht es plötzlich versauter zu als bei Shades of Grey… faszinierend. Sehr faszinierend. 

Viel mehr kann man eigentlich auch gar nicht erzählen. Der Witz liegt im Detail. Der Humor ist fantastisch, die Oberflächlichkeit teilweise nervtötend und aus irgendeinem Grund hat es mich nicht von Anfang an umgehauen. Deswegen bin ich nach langem Ringen zu der jetzigen und nicht höheren Bewertung gekommen. Obwohl ich wirklich lange drüber nach gedacht habe…

Bewertung:  2013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.462013-12-09 19.31.46

Kaufen:
Leihen: 
Ignorieren:

 Aus irgendeinem Grund wird mir meine Freundin wohl die ersten 5 Bände geschenkt haben. Vielleicht wird es ja im Laufe der Zeit nervig? Und dann hat man die ersten Teile einer Serie und findet den Rest plötzlich blöd? Auch bei Twitter wurden mir schon weitere Bände angeboten, deswegen bin ich da erst mal vorsichtig. Ich finde es bisher gut, aber ob ich jetzt wirklich dafür Geld ausgeben würde? Vielleicht. Wenn mir der Rest auch gefällt. Immerhin geht Hardcover gar nicht und ich müsste in jedem Fall die ersten beiden Bände austauschen. 😉

 

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