Offensichtlich habe ich ein wunderbares Händchen dafür Bücher bei BdB auszuwählen die im Endeffekt nur halb so interessant sind, wie sie klingen. Tatsächlich ist der Titel „Eine Frau bei 1000°“ bisher das interessanteste an dem Buch aus dem Klett-Cotta Verlag. Ach ja, und der Klappentext. 

„Ich lebe allein in einer Garage, zusammen mit einem Laptop und einer alten Handgranate. Wir haben es wahnsinnig gemütlich.“

Drei Söhne von neun Männern, das reicht. In ihrere Garage surft die 80-jährige Herbjörg durchs Internet und begleicht letzte Rechnungen, während der Ofen für ihre Einäscherung heißläuft. Hallgrímur Helgasons neuer Roman ist ein wilder Ritt durch die Geschichte des 20. Jahrhunderts: ebenso anrührend wie skurril. Ein würdiger Nachfolger von „101 Reykjavík“ und dem Bestseller „Zehn Tipps, das Morden zu beenden und mit dem Abwasch zu beginnen“

»Ich möchte einen Termin für eine Einäscherung buchen.«
»Einen Termin buchen?«
»Genau.«
»Aha. Ja … wie war noch mal der Name?«
»Herbjörg María Björnsson.«
»Hallo? Ich kann den Namen in der Liste nicht finden. Haben Sie den Antrag auf Einäscherung schon eingereicht?«
»Nein, nein. Ich möchte einen Termin für mich buchen. Für mich selbst.«
»Naja, wir bearbeiten ihn nicht, bevor … na, Sie wissen schon … also bevor, äh …, bevor die Leute tot sind, okay?«
»Gut. Wenn es so weit ist, werde ich tot sein. Darauf können Sie sich verlassen. Also, wenn’s eng wird, komme ich einfach vorbei, und ihr schiebt mich lebend in den Ofen.«

Wieso ich sage „bisher“? Weil ich es nicht geschafft habe es durchzulesen. Nicht mal im Ansatz. Seite 72 von 400. Und ich habe das Buch wirklich überall mit hin genommen. Ständig durch die Gegend getragen, immer mal wieder reingeschaut, doch selten bin ich weiter als ein paar Seiten gekommen. Es fesselt mich einfach nicht. Doch morgen laufen die 30-Tage ab, also schreibe ich nun die Rezension.

Die Ich-Erzählung springt durch die Jahrzehnte. Mal redet unsere Hauptperson über ihren aktuellen Zustand im Jahr 2009, mal springt sie (weit) in die Vergangenheit. Erzählt aus ihrer Jugend, spricht über ihre Männer und ihre Kinder und über Island. Und isländische Männer im speziellen. Natürlich. 

Doch viel mehr kann ich schon gar nicht erzählen. Es ist einfach nichts hängen geblieben. Die Erzählweise hinterlässt keinen bleibenden Eindruck bei mir. Viele Metaphern sind mir zu absurd, der Humor geht völlig an mir vorüber und tatsächlich haben wir hier das 1. Buch in meinem Leben, welches ich ohne „Ich muss aber doch wissen was passiert“-Gefühl einfach weglegen können werde. 

Es ist wie „Big Mama’s House“ damals im Kino. Man sah die Vorschau und fand den Film super. Wollte unbedingt rein. Dann sitzt man drin und sieht, dass man alle Gags schon kennt. Enttäuschend. 

Natürlich könnte es sein, dass ich dem Buch Unrecht tue und es irgendwann noch spannend wird. Aber ganz ehrlich? Wenn ein Buch es auf den ersten 70 nicht schafft mich zu fesseln… dann funktioniert es in meinen Augen einfach nicht.

Bewertung:

+ Episodenstil

– Spannung

– seeeeeeehr schleppender Beginn

– irgendwie nicht einprägend 

Weil mich echt gar nix begeistert… 1 von 5 Sternen.

Ob ich das Buch empfehlen würde? Nein.

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